Sa, 25. November 2017

Projektor integriert

30.11.2014 09:00

Yoga Tablet 2 Pro: Lenovos Beamer-Tablet im Test

"Kinofeeling pur" verspricht Lenovo mit seinem Yoga Tablet 2 Pro und stattet es zu diesem Zweck mit einem Pico-Projektor aus, der Bilder und Filme an die Wand wirft. Was das weltweit erste Beamer-Tablet taugt und wer damit überhaupt etwas anfangen soll, verrät unser Test.

Ein bis zu 127 Zentimeter (50 Zoll) in der Diagonale großes Bild projiziert der integrierte Pico-Projektor des Lenovo Yoga Tablet 2 Pro an die Wand. Wer Fotos, Filme oder Präsentationen allerdings "in groß" sehen möchte, sollte es dunkel haben - andernfalls gibt es höchstens blasse Bilder. Doch selbst im völlig abgedunkelten Raum will sich das versprochene Kinofeeling nicht so recht einstellen: Mit einer Auflösung von lediglich 854 x 480 Pixeln fehlt es an der nötigen Schärfe, und auch dem als "erstklassig" angepriesenem Front-Stereo-Lautsprecher von JBL mit Subwoofer gelingt es nicht, das Wohnzimmer zum Beben zu bringen.

Beamer-Bedienung mit Schwächen
Den integrierten Beamer deswegen als überflüssige Spielerei abzuschreiben, wäre jedoch verfrüht. Für den "Dia-Abend" nach dem Urlaub mit Freunden oder zur Präsentation von Tabellen und Co. auf Geschäftsreisen taugt das Gerät durchaus. Die Bedienung ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Zum einen, weil sich die richtige Fokussierung aufgrund des schwergängigen und wenig exakten Schiebereglers als schwierig erweist. Zum anderen, weil der Projektor "falsch" sitzt: Wer das Tablet nämlich direkt vor sich positioniert, bekommt das Bild nicht etwa in Blickrichtung, sondern nach rechts zur Seite projiziert.

Um Inhalte auf die vor einem liegende Wand zu werfen, muss das Tablet also um 90 Grad zu dieser gedreht werden, was wiederum zur Folge hat, dass man das Display nun selbst nur noch schwer ablesen bzw. bedienen kann oder sich entsprechend umsetzen/verdrehen muss. Immerhin: Ausdauernd ist das Yoga Tablet 2 Pro. Die Wiedergabezeit für hochauflösende Filme beträgt im Beamer-Betrieb knapp sechs Stunden – das Display sollte dabei dann aber deaktiviert sein.

Knackig-scharfes Display
Möglicherweise mehr Freude am Film schauen hat, wer diesen direkt auf dem mit 2.560 x 1.440 Pixeln knackig scharf auflösenden, wenn auch leider glänzenden IPS-Display genießt. Dank eines auf Knopfdruck ausfahrenden Aluminium-Standfußes lässt sich das Display nach Belieben ausrichten – von flach bis steil. Wer möchte, kann den Ständer mit einer Aussparung in der Mitte aber auch um 180 Grad nach hinten klappen und das Tablet im wahrsten Sinne des Wortes an den Nagel hängen – obwohl es wahrscheinlich nur wenige Anwendungsszenarien gibt, in denen dieses Feature vonnöten ist.

Für ein Tablet zu groß und schwer
Einen Vorteil hat die Aufhängung jedenfalls: Die Hände haben weniger schwer zu tragen. Denn mit einem Gewicht von 950 Gramm, seinen Abmessungen von 333,2 x 223 x 12,6 Millimeter an seiner dicksten Stelle und einer Displaydiagonale von 13,3 Zoll ist das Yoga Tablet 2 Pro viel zu unhandlich für den Tablet-Gebrauch. Auf seiner schmalen Seite ist es praktisch kaum zu halten, doch auch die gegenüberliegende Seite mit dem abgerundeten Griff, der dem Gerät die Form eines umgeklappten Magazins verleiht, eignet sich nur bedingt für den längerfristigen Gebrauch.

Android statt Windows
Das Tablet nicht als Tablet, sondern als Notebook zu verwenden, scheitert – vermutlich bei vielen – hingegen aus einem anderen Grund: Als Betriebssystem kommt Googles Android (4.4) zum Einsatz, womit es im Geschäftsalltag nur bedingt einsatzfähig sein dürfte. Schade, denn mit dem stromsparenden Intel-Atom-Prozessor Z3745, dessen vier Kerne mit bis zu 1,86 Gigahertz takten, zwei Gigabyte RAM sowie 32 Gigabyte Speicher (erweiterbar per microSD um bis zu 64 Gigabyte) ist Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Büro-Aufgaben problemlos gewachsen. Auch Multimedia-Anwendungen startet das Gerät flüssig.

Potenter Akku
Der integrierte 9.600-mAh-Akku leistet überzeugende Arbeit. Zwischen acht bis knapp 15 Stunden Laufzeit sind je nach Verwendungszweck und Displayhelligkeit laut Lenovo drin. Schnelles Dual-Band-WLAN, Bluetooth 4.0, GPS, zwei solide arbeitende Webcams mit 1,6 Megapixeln vorne und acht Megapixeln auf der Rückseite sowie optionales LTE runden das Angebot ab.

Fazit: Zum empfohlenen Verkaufspreis von 499 Euro erhalten Käufer des Lenovo Yoga Tablet 2 Pro ein tadellos verarbeitetes Gerät mit sehr gutem Display, potenter Laufzeit und: einem Beamer. Stellt sich nur die Frage nach der Zielgruppe: Für den Cineasten ist der Pico-Projector zu schwach, für den Business-User und seine Präsentationen zwar prinzipiell tauglich, aufgrund der seitlichen Ausrichtung, der unzureichenden Bedienung sowie des Android-Betriebssystem allerdings weniger zu empfehlen. Auch als Tablet macht das Lenovo nur bedingt eine gute Figur – zu groß und zu schwer ist es, um es bequem auch über mehrere Stunden hinweg auf der Couch zu verwenden. Wozu also nutzen? Am ehesten wohl als Abspielgerät für Filme – sei es auf dem Tisch oder an der Wand hängend.

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