So, 19. November 2017

Rätseln um Nachbaur

24.11.2014 11:20

Offenbar Machtkampf im Team Stronach

Im Team Stronach geht es weiterhin drunter und drüber, offenbar ist ein Machtkampf im Gange. Der Abgeordnete Robert Lugar forderte am Sonntagabend in der ORF-Sendung "Im Zentrum" Kathrin Nachbaur nach deren Parteiaustritt dazu auf, wieder ins Team einzutreten - andernfalls könne sie nicht wie gewollt Klubobfrau bleiben. Nachbaur wollte diese Frage jedoch nicht öffentlich beantworten. Auch bezüglich ihres Parteiaustritts blieb sie weiter vage, die genauen derzeitigen Machtverhältnisse sind somit unklar.

Lugar äußerte die Hoffnung, dass Nachbaur ihre Entscheidung revidiert und wieder in die Partei eintritt: "Ich will, dass sie bleibt." Andernfalls müsse man die Lage neu bewerten. Seiner Auffassung nach wäre es nicht möglich, an der Spitze des Klubs zu bleiben, wenn man sich nicht zur Partei bekennt.

Laut Lugar fordert Mehrheit des Klubs Klarheit
Lugar behauptete, damit auch im Namen von Frank Stronach und für die Mehrheit des Klubs zu sprechen. Zumindest sechs Mitglieder des elfköpfigen Klubs würden das auch so sehen, namentlich nannte er etwa Martina Schenk und Rouven Ertlschweiger.

Nachbaur wollte diese Frage nicht in der TV-Diskussion beantworten. Für sie ist es eine "Frage des Stils", solche Themen nicht medial zu diskutieren. Sie wolle organisatorische Fragen "im Team besprechen" und nicht öffentlich. Nachbaur bekräftigte aber, dass sie weiter hinter den Inhalten, Werten, dem Programm und zum Team stehe.

Nachbaur will Klubobfrau und Abgeordnete bleiben
Nachbaur betonte neuerlich, dass sie Klubobfrau bleiben wolle: "Ich bin gewählte Klubobfrau des Team Stronach und habe als solche auch von den Abgeordneten ein klares Votum bekommen." Ob sie bei der Klubsitzung, die am Dienstag stattfinden soll, noch eine Mehrheit bekommen wird, werde sich zeigen. Abgeordnete will sie aber auf jeden Fall auch dann bleiben, wenn sie als Klubobfrau abgewählt werden sollte.

Weiterhin keine genauen Angaben zu Parteiaustritt
Nicht eindeutig äußerte sich Nachbaur zu ihrem Parteiaustritt. Sie habe einen Zettel geschrieben mit der Formulierung: "Lieber Frank, ich ziehe mich aus der Bundespartei als stellvertretende Obfrau zurück." Auf die konkrete Nachfrage nach ihrer Parteimitgliedschaft meinte Nachbaur, dass diese Bürokratie "nicht relevant" sei. Im Interview mit der "Krone" hatte sie am Samstag jedenfalls klargestellt: "Der Rückzug aus der Partei ist kein Rückzug aus der politischen Bewegung."

Die Zurücklegung der Funktion der stellvertretenden Obfrau begründete Nachbaur neuerlich damit, dass sie als werdende Mutter mehr Zeit brauche und Frank Stronach sich einen "starken Mann" wünsche, dem sie nun Platz mache.

Ex-Minister und Westenthaler dementieren Gerüchte
Zu dem vom früheren Berater Rudi Fußi geäußerten Gerücht, wonach der frühere Kurzzeit-FPÖ-Justizminister und jetzige Anwalt Michael Krüger Parteichef und der frühere freiheitliche Klubobmann und BZÖ-Obmann Peter Westenthaler Generalsekretär werden sollen, wollte sich Nachbaur nicht äußern.

Krüger und Westenthaler selbst stellten jedoch am Montagvormittag klar, dass sie nicht für das Team Stronach in die Politik zurückkehren werden. "Es gibt kein Comeback des Peter Westenthaler", sagte der Ex-BZÖ-Chef. "Fußi sagt wissentlich die Unwahrheit." Und Krüger erklärte: "Das ist völlig absurd und abwegig, eine völlige Dummheit Fußis."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden