So, 19. November 2017

Laut Medienbericht

21.11.2014 19:01

Nachbaur kehrt Team Stronach den Rücken

Kathrin Nachbaur tritt laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "profil" von ihrer Funktion als stellvertretende Parteiobfrau des Team Stronach zurück und hat angeblich bereits in den vergangenen Tagen ihre Parteimitgliedschaft gekündigt. Nationalratsabgeordente will Nachbaur aber bleiben - und somit auch ihr monatliches 8.300-Euro-Gehalt als Parlamentarierin behalten. Der Abgeordnete Marcus Franz nannte als Grund für den Parteiaustritt "Auffassungsunterschiede" zwischen Nachbaur und Parteigründer Frank Stronach. "Wir wollen uns alle emanzipieren von Frank", so Franz.

Eine Sprecherin des Parlamentsklubs bestätigte Nachbaurs Rücktritt als stellvertretende Parteiobfrau gegenüber "profil". Nationalratsabgeordnete wird die 35-Jährige aber demnach bleiben. Den Klubvorsitz hat sie zwar zur Verfügung gestellt, doch die Abgeordneten sprachen ihr einstimmig das Vertrauen aus.

Nachbaur dazu: "Stronach ist Obmann, ich bin Klubobfrau, und wir wollen, dass die Partei gut arbeitet. Wir haben allerdings den einen oder anderen Auffassungsunterschied." Kurios: Dem Parlamentsklub steht demnach ab sofort eine parteilose Abgeordnete vor, das Team Stronach ist führungslos. Wer Nachbaurs Nachfolger wird, konnte in der Partei vorerst niemand beantworten.

Die 35-Jährige hatte am Freitag eine Pressekonferenz kurzfristig platzen lassen. Sie war stattdessen auf Tauchstation gegangen, nachdem ihr Parteigründer Frank Stronach am Donnerstag eine von der Stronach Group bezahlte Zusatzgage in der Höhe von 140.000 Euro gestrichen hatte.

Nachbaur schweigt
Über die konkreten Beweggründe, warum sie die Partei hinter sich lässt, nicht aber ihr Mandat und ihre Funktion als Klubobfrau, gab Nachbaur selbst vorerst keine Auskunft. In der Partei war es schon länger ein offenes Geheimnis, dass es zwischen Stronach und seiner rechten Hand kriselt. Zuletzt sollen zu den Unstimmigkeiten in Geldangelegenheiten auch persönliche Spannungen gekommen sein.

Hauptgrund für die schlechte Atmosphäre war aber die miese Performance der Partei - in Umfragen grundelt das Team Stronach an der Wahrnehmungsgrenze. Der nicht gerade als uneitel geltende Stronach soll die Schuld dafür zunehmend Nachbaur gegeben haben. Erzählungen der beiden zufolge war es ja ursprünglich die Grazerin gewesen, die den Milliardär auf langen Atlantikflügen überredet hat, in die Politik einzusteigen - und dafür Millionen im zweistelligen Bereich lockerzumachen.

Verwirrung in Partei
In der Partei herrschte angesichts des kolportierten Parteiaustritts zunächst Verwirrung. Stellte die geschäftsführende Klubobfrau und Obfrau der steirischen Landespartei, Waltraud Dietrich, in einer Aussendung fest, "keine Austrittserklärung von KO Dr. Kathrin Nachbaur aus dem Team Stronach Steiermark" vorliegen zu haben, bestätigte der Abgeordnete Marcus Franz dann den Parteiaustritt von Nachbaur - und damit auch ihren Rücktritt als stellvertretende Parteiobfrau des Team Stronach.

Sie sei zwar nach wie vor Teil der steirischen Landespartei, habe aber ihre Mitgliedschaft in der Bundespartei zurückgelegt, sagte Franz. Dass mit Nachbaur nun eine Parteifreie Klubobfrau sei, sei zwar in Österreich ungewöhnlich, gestand Franz zu, nicht aber "im Gesamtsetting" des Team Stronach. Die Mehrzahl der Mandatare seien demnach keine Parteimitglieder.

Nachfolge bleibt offen
Wer Nachbaur als stellvertretende Parteichefin nun nachfolgen wird, konnte Franz noch nicht sagen. Das werde Frank Stronach in aller Ruhe überlegen. Die Entscheidung darüber werde zwar der Parteivorstand treffen, als Obmann werde Stronach dabei aber sicher ein gewichtiges Wort mitzureden haben, meinte Franz.

Als Grund für den Rücktritt Nachbaurs bestätigte Franz "Auffassungsunterschiede". Es gebe eine "Emanzipationsbewegung" seitens Nachbaurs, um eine eigenständige Politik mit dem Parlamentsklub machen zu können, so der Mandatar. Es gehe dabei um eine wirtschaftsliberale, wertkonservative Ausrichtung. "Wir wollen uns alle emanzipieren von Frank", sagte Franz.

Er glaubt, dass Stronach selbst das in einiger Zeit auch "grundsätzlich positiv sehen" wird. Das Gleiche habe Stronach auch mit seinen Wirtschaftsunternehmen erlebt, die er auch in jüngere Hände gelegt habe.

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