Di, 17. Oktober 2017

Direkt in die Hand

19.11.2014 10:43

Frau ließ sich Chip als Büroschlüssel einpflanzen

Die 25-jährige Schwedin Emilott Lantz hat sich einer Prozedur unterzogen, die man bisher vor allem von Haustieren kannte: Die Mitarbeiterin einer IT-Firma hat sich einen RFID-Chip in die Hand implantieren lassen, der als Schlüsselersatz dient und ihre Büroschlüssel überflüssig macht. Ihr Umfeld reagiert allerdings gespalten auf das reiskorngroße Stück Hightech in ihrem Körper.

"Für mich fühlt sich das nicht an, als wäre es die Zukunft. Es ist die Gegenwart. Ich finde es verrückt, dass wir das nicht schon öfter gesehen haben", sagt Lantz zur schwedischen Zeitung "The Local". Die junge Frau hat sich bei einem IT-Kongress in Stockholm einen RFID-Chip in die Hand implantieren lassen, der den Rest ihres Lebens in ihrem Körper verbleiben soll. Genutzt wird der reiskorngroße Chip als Büroschlüssel-Ersatz.

RFID-Chips werden auch in Haustiere implantiert
Neu ist der Einsatz von RFID-Chips im Körper nicht, bisher kommt die Technologie aber hauptsächlich bei Tieren zum Einsatz. Katzen und Hunde werden damit versehen, damit mit entsprechenden Lesegeräten ausgestattete Tierklappen in der Tür nur den eigenen Vierbeiner einlassen. Weil sich der Chip in ihrem Fall in einem menschlichen Körper befindet, reagiere ihre Umgebung aber empfindlich, so Lantz. Der Chip im Körper polarisiert: Manche finden die Idee cool, andere halten Lantz für verrückt. Die Reaktionen auf ihr Implantat thematisierte die junge Frau kürzlich in einem Tweet:

"Ich fürchte mich nicht vor dem Chip. Ich fürchte mich vor Vorurteilen und Missverständnissen bei Leuten, die darüber reden, aber nicht wissen, worüber sie da reden", klagt Lantz. Unnötige Operationen am Körper seien heute nichts besonders mehr, sagt sie – und meint damit wohl Schönheitsoperationen. Da sei das Implantieren von Technik in den Körper nur der logische nächste Schritt.

Idee entstand nach Transhumanismus-Vortrag
Das Interesse für Implantate erwachte bei Lantz vergangenes Jahr bei einem Vortrag über Transhumanismus. Dabei handelt es sich um eine Bewegung, die sich der Veränderung des Menschen durch Wissenschaft und Technologie verschrieben hat. Transhumanisten glauben, der Mensch sollte den technologischen Fortschritt nutzen, um sich selbst zu verbessern und seine biologischen Limitierungen hinter sich zu lassen.

Für Lantz gehört zu diesen Limitierungen auch das Herumtragen von Schlüsseln oder das Merken von Passwörtern. Der Chip sei für sie die bessere Wahl und sie freue sich bereits darauf, damit ihr Büro betreten zu können. Als ungewöhnlichen Menschen sieht sie sich deswegen nicht: "Abgesehen davon, dass ich einen Chip in der Hand habe, bin ich eine ziemlich normale Person", sagt Lantz.

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