So, 22. Oktober 2017

Einfach ausgesetzt

18.11.2014 09:03

Katze nach knapp vier Wochen in der Lobau gefunden

Seit Mitte Oktober waren zahlreiche freiwillige Helfer mit der verzweifelten Suche nach Katze "Daysi" beschäftigt. Ihr Halter hatte sie gemeinsam mit ihrem Gefährten "Sputnik" einfach in der Lobau ausgesetzt, weil er die Vierbeiner loswerden wollte. Nach fast vier bangen Wochen konnte der schwarz-weiße Stubentiger nun verängstigt, aber unverletzt eingefangen werden.

Für zahlreiche freiwillige Helfer war der vergangene Montag ein emotionaler Tag. Nach wochenlanger, intensiver Suche konnte die vermisste Katze Daysi in der Wiener Lobau endlich eingefangen werden. Als elf Jahre alte Wohnungskatze war der Stubentiger sehr ängstlich und flüchtete bei jedem Rufen. "Aber gleich, nachdem sie in die rettende Falle ging, wollte Daysi schmusen", freut sich Elisabeth Kern von der Tierhilfe Gerasdorf, die sich an der Suche beteiligt hatte.

Besonders aufwendige Suche
Über 700 Einsatzstunden vor Ort, knapp 5.000 Suchflyer, 13 Tierkommunikatoren und eine Wärmebildkamera - die Tierschützer stellten einiges auf die Beine, um Daysi das Leben zu retten. "Wir hatten Erlebnisse der besonderen Art mit Obdachlosen, hysterisch brüllenden abendlichen Besuchern im Suchgebiet, verwesten Tierkadavern, einer Waldlichtung mit aufgehängten Seilschlingen, weggeworfenen Damenhandtaschen, Polizeieinsätzen und gestohlener Ausrüstung", erzählt Claudia Turetschek vom Tierschutzverein Pfötchenhilfe.

Mit elf Jahren plötzlich ungewollt
Das Schicksal von Daysi und ihrem Artgenossen Sputnik ist besonders tragisch: Da eines der beiden Tiere nach einem stressigen Umzug unsauber wurde, wollte der neue Besitzer die elfjährigen Vierbeiner unbedingt loswerden. Der Tierschutzverein Pfötchenhilfe wollte helfen: "Wir hatten für spätestens Ende Oktober eine Übernahme bereits fix zugesagt", so Turetschek. Doch das ging dem Besitzer nicht schnell genug.

Halter warf Katzen trotz Hilfsangebot aus dem Auto
Denn obwohl der Hausherr sich damit einverstanden zeigte, wollte er die maximal zwei Wochen dann scheinbar doch nicht abwarten: Er warf die beiden Wohnungskatzen im 22. Bezirk nahe der Donau einfach aus dem Auto! "Nach zahlreichen Telefonaten, in denen sich die Aussagen widersprochen haben, hat er schließlich zugegeben, die beiden ausgesetzt zu haben, und uns den genauen Ort beschrieben." Der Verein erstattete sofort Anzeige wegen dieses Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Kater Sputnik war schon kurze Zeit später gefunden worden, nun hat auch endlich die Suche nach Daysi ein Ende.

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