Di, 24. Oktober 2017

Erspartes verloren

14.11.2014 07:23

Einbruchsopfer (84): „Ich habe ständig Angst“

"Ich war stolz, dass wir immer gespart haben. Mit einem Teil des Geldes wollten wir den alten Kühlschrank ersetzen", ist Helga H. (84) aus Linz nach einem Dämmerungseinbruch wütend und hat Angst. Eine Angst, die lange bleiben wird, obwohl der Täter längst weg ist. Er hatte zugeschlagen, während Helga H. und ihr 92 Jahre alter Mann fernsahen.

"Ich bin nur froh, dass wir dem Kerl nicht begegnet sind, der hätte uns sonst vielleicht noch was getan", sagt die Rentnerin. "Er hat das gekippte Balkonfenster aufgemacht und dann das Schlafzimmer durchsucht, während wir im Wohnzimmer ferngesehen haben", erzählt die Linzerin, die später vor dem Nachtkästchen das leere Geldbörserl fand: 2.000 Euro in bar und etwas Schmuck sind weg.

84-Jährige: "Es gibt so viele Gauner"
"Ich habe seit dem Einbruch ständig Angst und kann kaum schlafen. Meinem Mann geht's auch nicht gut. Jetzt sperre ich immer alles ab und lasse niemand rein. Es gibt so viele Gauner", sagt die Pensionistin, die schon vor 15 Jahren in ihrer Wohnung bestohlen worden war. Damals wurde der Täter gefasst, den Schmuck bekam sie zurück. Sie trug ihn, während sich der neue Einbrecher in ihrem Haus bediente.

Dass sie von der Polizei von vier weiteren Einbrüchen in Linz erfuhren, ist für die Eheleute kein Trost. Ein Fremder war in ihrem Haus. Und auch wenn er längst wieder weg ist - die Angst wird noch lange bleiben. "Jedes Opfer fühlt sich, als wäre es das einzige", weiß auch Susanne Gahler, die Landesstellenleiterin beim Opferschutzverein "Weißer Ring". "Einige Opfer wechseln aus Angst den Wohnort, andere haben Schlafstörungen oder ändern ihre Gewohnheiten", weiß die Expertin.

Bis Weihnachten täglich etwa zehn Einbrüche erwartet
Die Ermittler wissen, dass es heuer bis Weihnachten in der Tonart der vergangenen Tage weitergehen und somit jeden Abend etwa zehn Einbrüche geben wird. Allein am Mittwochabend waren es ein Dutzend Coups: Alkoven, Linz, Traun, Leonding, Ansfelden und Braunau, aber auch die von den "Hotspots" abgelegenen Orte Ulrichsberg und Mauerkirchen waren die Tatorte.

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