Sa, 18. November 2017

Ein Jahr auf Probe

12.11.2014 11:21

Tempo 100 auf Tirols Autobahnen ab 20. November

Es war ein heiß- und viel diskutiertes Thema - die permanente Tempo-100-Beschränkung auf weiten Teilen der Tiroler Inntal- sowie der Brennerautobahn. Am 20. November soll die Verordnung nun - vorerst einmal auf ein Jahr beschränkt - in Kraft treten, wie ein Sprecher der zuständigen Grünen LHStv. Ingrid Felipe am Mittwochvormittag am Rande einer Landtagssitzung bekannt gab.

Die entsprechende Verordnung müsse noch von Landeshauptmann Günther Platter unterzeichnet werden, so der Sprecher weiter. Der "100er" soll auf der A12 von Kufstein bis Zirl bzw. von Imst bis Zams im Tiroler Oberland sowie auf der Brennerautobahn A13 von Innsbruck bis Schönberg gelten.

"Wir tun es niemanden zu Fleiß"
Die Debatte am Mittwoch im Landtag zu dem ansonsten emotional besetzten Thema im Rahmen einer "Mündlichen Anfrage" der Grünen verlief wider Erwarten relativ emotionslos. Felipe warb noch einmal für die Maßnahme, die "kein Popularitätsprogramm" darstelle. Es handle sich um eine "unangenehme Maßnahme, mit der wir die Tiroler konfrontieren". "Wir tun es niemanden zu Fleiß", meinte die LHStv. Es handle sich um keine Einschränkung der Bewegungsfreiheit, sondern um eine Maßnahme, die "den Ohren und Lungen der Tiroler zugutekommt".

Man habe eine Handlungsanleitung aus Brüssel zur Wiedererlangung des Sektoralen Lkw-Fahrverbotes bekommen, erklärte Felipe. Der "100er" sei eines jener "gelinderen Mittel", um das Fahrverbot wiederzuerlangen. Durch das "Sektorale" wolle man "200.000 Lkws pro Jahr auf die Schiene" bekommen. "Wir wollen im Herbst 2015 das Sektorale Fahrverbot wieder verordnen", blieb Felipe bei dem vorgegebenen schwarz-grünen Koalitionsziel.

Der Koalitionspartner ÖVP, der sich lange gegen das Tempo 100 ausgesprochen hatte, verteidigte am Mittwoch die permanente Geschwindigkeitsbeschränkung. Klubobmann Jakob Wolf betonte aber, dass man sich "zu Tempo 100 auf ein Jahr Probe" bekenne. Die Beschränkung sei das einzige Mittel, um das Sektorale Fahrverbot wiederzubekommen.

"Entscheidung der Vernunft"
SPÖ-LAbg. Thomas Pupp meinte, der einzige Schönheitsfehler sei, dass man den "100er" erst jetzt einführe. "Ich glaube auch nicht, dass es eine mutige Entscheidung ist. Es ist eine Entscheidung der Vernunft", sagte Pupp. Die Freiheitlichen, die seit Wochen eine massiv Kampagne gegen Tempo 100 geleitet hatten, hielten sich in der Debatte eher zurück. Sie bezweifelten Studienergebnisse, wonach es durch die Maßnahme wirklich zu einer Reduktion der Schadstoffbelastung kommen werde.

Vorwärts Tirol-Klubchef Hans Lindenberger ging in seiner Wortmeldung auf Tempo 100 nicht näher ein. Er mahnte jedoch Gespräche der Landesregierung mit den ÖBB ein, bahntaugliche Güter auf die Schiene zu verlagern. Liste Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider kritisierte unter anderem, dass man den "100er", sollte er nicht funktionieren, wieder abschaffen wolle. Die Regierung führe ein Experiment auf dem Rücken der Bevölkerung durch. Zudem fehle es an einer Garantieerklärung aus Brüssel, dass Tirol in der Folge auch wirklich das Sektorale Fahrverbot zurückerhalten werde. Felipe konterte: "Ich kann nicht dafür garantieren, was die EU-Kommission tut oder nicht tut."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden