Mi, 22. November 2017

Bei OSZE-Mission

06.11.2014 10:13

Angriff auf österreichische Drohnen in Ostukraine

Sie sollen im Osten der Ukraine die Einhaltung der Waffenruhe überwachen und werden selbst zur Zielscheibe: Eine der von der Wiener Neustädter Firma Schiebel produzierten Drohnen, die von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Krisenregion eingesetzt werden, sei erneut elektronisch gestört worden, teilte die Organisation am Dienstag in Wien mit.

Die österreichische Aufklärungsdrohne habe sich über von prorussischen Rebellen kontrolliertem Gebiet befunden. Die ukrainische Armee bestritt eine Beteiligung an der Störaktion. Es sei bereits das dritte Mal, dass eines der unbemannten Flugzeuge angegriffen worden sei, teilte die OSZE weiter mit. Die Erfüllung des Überwachungsauftrages werde dadurch behindert.

Mit Luftabwehrkanone auf Austro-Drohne geschossen
Erst am Sonntag hatten Unbekannte in der Nähe von Mariupol mit einer Luftabwehrkanone auf eine der Aufklärungsdrohnen geschossen. Die Drohne sei jedoch nicht getroffen worden. "Ausgehend vom Ort des Vorfalls ist es klar, dass von Russland unterstützte Separatisten dies getan haben", hatte Daniel Baer, der US-amerikanische Botschafter bei der OSZE, nach dem Angriff erklärt. Er forderte die Russische Föderation auf, ihren Einfluss auf die Separatisten zu verwenden, um die OSZE-Sonderüberwachungsmission ihren Auftrag ausführen zu lassen.

Derzeit vier Austro-Drohnen in Ukraine im Einsatz
Die OSZE setzt derzeit vier Drohnen, die von Scheibel - die "Krone" war vor Kurzem bei einem Lokalaugenschein bei der Wiener Neustädter Firma - produziert werden, in der ostukrainischen Krisenregion ein. Das eingesetzte Fluggerät ist ein Drehflügler vom Typ S-100, der senkrecht startet und landet. Die Nutzlast des UAV inkludiert eine Videokamera und ein Radar. Zuletzt wurden der "Camcopter S-100" etwa vom italienischen Millionärsehepaar Catrambrone herangezogen, um im Mittelmeer nach verunglückten Flüchtlingen zu suchen.

In der Vergangenheit war der Export von Drohnen der österreichischen Firma Schiebel in Konfliktregionen kritisiert worden , und es wurden Zweifel an deren rein ziviler Nutzung geäußert. Das Außenministerium sprach sich mehrmals gegen Auslieferungen in bestimmte Länder aus, da eine militärische Verwendung nicht ausgeschlossen werden könne.

"Kein Kampfgerät"
Schiebel hat dies stets zurückgewiesen. Gegenüber krone.at betonte das Unternehmen am Donnerstag erneut, dass es sich bei der Einstufung des Camcopters definitiv um kein Militärgut handle. Das Gerät sei weder für den unmittelbaren Kampfeinsatz entwickelt worden, noch sei es dazu geeignet.

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