Sa, 18. November 2017

Empörung nach Urteil

03.11.2014 12:07

Ein Jahr Haft für Iranerin wegen Volleyballspiels

Im Iran ist eine 25-Jährige zu einem Jahr Haft verurteilt worden, weil sie sich ein Spiel der Volleyball-Westliga in Teheran live in der Halle ansehen wollte. Menschenrechtler äußerten scharfe Kritik, der Bruder der Frau hat zu einer Online-Petition aufgerufen - dem sich auch der Österreichische Volleyball-Verband anschließt.

Ghoncheh Ghawami war am 20. Juni in der iranischen Hauptstadt festgenommen worden, nachdem sie mit ihren Freundinnen versucht hatte, ein Volleyballspiel der iranischen Nationalmannschaft gegen Italien anzuschauen. Im Iran ist es Frauen verboten, Spiele in Stadien oder Hallen anzuschauen.

Die Frauen wurden wenige Stunden nach ihrer Festnahme freigelassen. Ghawami wurde aber einige Tage später erneut festgenommen - Begründung: "Propaganda gegen das Regime". Ghawami verbrachte 126 Tage im Gefängnis in Teheran, davon laut ihrer Familie 41 Tage in Einzelhaft. Im September hielt sie einen Hungerstreik ab, um gegen ihre Inhaftierung zu protestieren.

Amnesty: "Erschütternd und empörend"
Nun wurde sie zu einem Jahr Haft verurteilt, teilte ihr Anwalt Alisadeh Tabatabai am Sonntag laut iranischen Medien mit. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezeichnete Ghawamis Verurteilung als "erschütternd". Es sei "empörend, dass eine junge Frau hinter Gitter gebracht wird, nur weil sie friedlich ihre Meinung zur Diskriminierung der Frauen in Iran geäußert hat", so Amnesty International.

Der britische Premier David Cameron hat bereits - vergeblich - die Freilassung von Ghawami gefordert. Die 25-Jährige hat nämlich neben der iranischen auch die britische Staatsbürgerschaft. In Iran ist die doppelte Staatsangehörigkeit nicht anerkannt. Wenn der Vater Iraner ist, werden die Angeklagten als Iraner angesehen und dementsprechend auch juristisch behandelt.

Auch der heimische Volleyball-Verband hat das Urteil heftig kritisiert und ruft dazu auf, die Petition zu unterschreiben. "Bitte helft mit, diese Ungerechtigkeit zu beseitigen", fordert Präsident Peter Kleinmann.

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