Do, 23. November 2017

Neue Konkurrenz

01.11.2014 09:00

Chinas Smartphone-Riesen erobern den Weltmarkt

Der Smartphone-Markt befindet sich im Wandel. Während in den vergangenen Jahren Apple und die großen Android-Gerätehersteller, allen voran Samsung, den Markt dominiert haben, knabbert nun neue Konkurrenz an den Gewinnen der Alteingesessenen. Aufstrebende chinesische Marken wie Lenovo, Huawei, Oppo, Xiaomi oder ZTE wollen ihren Teil vom Smartphone-Kuchen und scheuchen die etablierten Marken mit Top-Hardware zum Kampfpreis vor sich her.

Lenovo, Huawei, OnePlus, Oppo, Xiaomi, ZTE – einige dieser Smartphone-Marken kennt man hierzulande zumindest vom Namen her, andere sind den wenigsten Europäern geläufig. Und doch sind sie im Reich der Mitte längst eine fixe Größe im Kampf um den Smartphone-Thron und begegnen bekannten Konzernen wie Samsung, Sony oder Apple in China auf Augenhöhe.

Chinas Handyhersteller drängen auf den Weltmarkt
Nach China ist nun der Weltmarkt dran – und einige der chinesischen Smartphone-Drachen sind drauf und dran, selbigen im Sturm zu erobern. Lenovo, Huawei und Xiaomi zum Beispiel: Die Handyhersteller haben sich in den vergangenen Jahren rasant in der Smartphone-Hackordnung nach oben gearbeitet.

Aktuelle Marktanteilszahlen verdeutlichen das: Nach Zahlen des Marktforschers IHS iSuppli sind mittlerweile drei der sechs größten Smartphone-Hersteller chinesische Unternehmen. Hinter Apple und Samsung folgen Lenovo, Xiaomi und Huawei. Lenovo hat erst kürzlich durch die erfolgreiche Übernahme von Motorola seinen Marktanteil steigern können und sollte nun am dritten Platz in der Rangliste liegen. Dahinter liefern sich Xiaomi, Huawei und LG ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Huawei strebt zehn Prozent Marktanteil an
Geht es nach den Herausforderern aus China, können sich die Marktführer aber schon einmal warm anziehen. Das nächste Ziel sei ein Marktanteil von zehn Prozent am Weltmarkt, verriet Huawei-Manager Jerry Huang krone.at kürzlich bei einem Gespräch vor der IFA. Erreicht werden soll dieses Ziel auf dreierlei Weise.

Einerseits mit schnellen und aus hochwertigen Materialien wie Metall und Glas gefertigten Geräten zu günstigen Preisen, andererseits mit neuen Verkaufskanälen wie herstellereigenen Online-Shops und zu guter Letzt durch massive Investitionen ins Marketing, um die Bekanntheit der Marke außerhalb Chinas zu steigern.

Diese Huawei-Strategie ist hierzulande längst sichtbar – nicht nur, weil die Chinesen zuletzt verstärkt in TV- und Plakatwerbung zu sehen waren, sondern auch, weil sie sich zunehmend als Sponsor für beliebte Sportvereine positionieren. Jüngstes Beispiel: Huawei ist seit einiger Zeit einer der Sponsoren von Borussia Dortmund.

Starke Hardware zum günstigen Preis
Abseits all dieser Marketing-Bemühungen haben chinesische Handyhersteller aber auch einen anderen Vorteil auf ihrer Seite: Ihre Geräte sind angesichts des Gebotenen unschlagbar günstig. Das zieht die Kunden an, wie man beispielsweise an der Beliebtheit des nur auf Einladung erhältlichen Cyanogenmod-Smartphones OnePlus One sehen kann. Oder am leichter zu bekommenden Huawei Ascend P7, das ebenfalls Top-Hardware für unter 300 Euro mitbringt. Oder am Galaxy-Note-4-Konkurrenten Huawei Ascend Mate 7, der für 500 Euro High-End-Hardware im Alu-Chassis bietet.

Diese und zahlreiche hierzulande noch nicht erhältliche China-Smartphones brauchen sich in puncto Hardware nicht vor der Konkurrenz aus Japan, den USA oder Korea zu verstecken und warten trotz ihres günstigeren Preises oft sogar mit Alu-Gehäusen oder Extras wie dem ansonsten Apples und Samsungs teureren Modellen vorbehaltenen Fingerabdruck-Scanner auf.

Da verwundert es nicht, dass die chinesischen Smartphone-Hersteller recht selbstbewusst sind, was ihre Hardware angeht. Huawei-Manager Huang ist mit seinen Geräten auf der Hardware-Ebene jedenfalls bereits zufrieden und verrät: "Als Nächstes wollen wir uns jetzt der Software zuwenden." Zum Beispiel mit neuen Foto-Funktionen wie dem Gruppen-Selfie, das mit dem Ascend P7 sein Debüt feierte, oder mit einem besseren Nutzererlebnis durch neue Interfaceansätze.

Letzte Vorbehalte sollen zerstreut werden
Die Kombination aus gutem Preis-Leistungs-Verhältnis bei der Hardware und guter Software soll dann auch die letzten Vorbehalte westlicher Smartphone-Nutzer gegenüber chinesischen Geräten ausräumen – wenngleich es da auch noch ein anderes Problem gibt.

"Jeder liest Zeitungen. Wir wissen, dass viel spioniert wird", sagt Huang, als wir ihn mit den immer wieder laut werdenden Spionagevorwürfen gegenüber chinesischen Hardware-Herstellern konfrontieren. Man sei aber zuversichtlich, diese Vorbehalte zerstreuen zu können. "Da müssen wir darüberstehen und uns als zuverlässig beweisen. Solche Fehler werden wir sicher nicht machen", so Huang.

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