Mo, 28. Mai 2018

Der Herbst ist da

28.10.2014 13:41

Was tun mit dem vielen Laub im Garten?

Herabfallendes Laub ist ein sicheres Zeichen dafür, dass sich die Natur nun auf die lange Ruhephase während der kalten Jahreszeit einstellt. Viele Gartenbesitzer stellt der mitunter recht kräftige Laubregen aber vor die Frage: Wohin mit all dem Laub? Und tatsächlich gibt es bei der Entsorgung der nicht mehr ganz so bunten Pracht eine ganze Reihe von gärtnerischen Regeln und behördlichen Vorschriften, die man beachten sollte.

Schon Ende Oktober und noch sind viele Bäume grün… Aufgrund des warmen Herbstes setzt die große Laubinvasion heuer etwas später ein. Grundsätzlich hat jeder Baum seinen ganz eigenen Jahreszyklus und so kann es durchaus mehrere Wochen dauern, bis auch das letzte Blatt gefallen ist. Je später die Blätter fallen, desto höher liegt die Wahrscheinlichkeit für eisige Temperaturen, Regen und Nebel. Im Nu können sich die bunten Herbstblätter dann in gefährliche Rutschbeläge für Fußgeher und Autofahrer verwandeln.

Gefahren durch nasses Laub
Die Natur selbst unterliegt einem perfekten Kreislauf: Der Baum entzieht den Blättern Nährstoffe und speichert sie für den kommenden Austrieb im nächsten Frühjahr. Dieser Prozess ist übrigens für die Verfärbung der Blätter verantwortlich. In der freien Natur, etwa in Wäldern, bildet diese herabgefallene Laubschicht einerseits einen Wärmeschutz für die Wurzeln und andererseits, im Zuge des Verrottungsprozesses, einen Dünger für die Pflanze.

Anders verhält es sich in bewohnten Gegenden. Nasses Laub kann durch die austretende Gerbsäure Autolack ähnlich wie Baumharz beschädigen und sogar den Schienenverkehr zum Erliegen bringen.

Besonders gefährlich ist nasses Laub jedoch als Sturzfalle: Im Zeitraum Oktober bis Dezember verletzen sich regelmäßig viele Menschen (zum Teil schwer) durch Ausrutschen auf nassem Laub. Denn anders als etwa im tiefsten Winter bei Schnee und Eis achtet man in diesem Zeitraum noch nicht so genau auf passendes Schuhwerk und mögliche Sturzquellen. Besonders hoch ist die Unfallgefahr im eigenen Garten durch liegen gelassenes Laub auf Terrassen, Wegen und Stufen.

Achtung: Nasses Laub ist zudem eine der häufigsten Ursachen für verstopfte Dachrinnen! Laub daher sorgfältig und regelmäßig aus den Rinnen entfernen oder die Dachrinnen mit Schutzvorrichtungen schützen!

Wo das Laub entfernen – und wo liegen lassen
Herbstlaub sollte rasch und gründlich überall dort entfernt werden, wo es Sturzgefahr oder sonstige Schäden verursachen kann. Haus- und Gartenbesitzer kann dabei, vergleichbar mit der Schnee-Räumpflicht im Winter, unter Umständen eine Entsorgungspflicht auf öffentlichen Plätzen (Gehsteige etc.) treffen.

Aber auch ganz ohne Pflichten: Um die Entfernung eines guten Teil des Herbstlaubs kommt kein Gartenbesitzer herum. Schon allein seines Rasens zuliebe. Denn Laub, das auf dem Rasen liegen bleibt, führt zu schweren Beschädigungen des geschätzten Grüns.

Die gute Nachricht: Nicht alles Laub muss aus dem Garten entfernt werden! Auf leer geräumten Blumen- und Gemüsebeeten oder aber auch unter Bäumen und Gebüschen bewährt sich eine natürlich-weiche Laubschicht bis zu maximal zehn Zentimetern als natürlicher und guter Frostschutz.

Achtung: Über zehn Zentimeter hinausgehende Laubschichten unterstützen den Fäulnisprozess! In Beeten das Laub leicht in die Erde einarbeiten, durch das Vermischen mit der Erde wird die Kompostierung unterstützt und zusätzlich das Wegblasen des Laubs eingedämmt. Keine pilz- oder schädlingsbefallenen Blätter für die Abdeckung verwenden.

Tipp: Laub ist nicht gleich Laub! Platanenblätter, aber z.B. auch Nussbaum- und Magnolienblätter, sind sehr hart und fest und verrotten daher nur sehr schwer.

Laub aus Nachbars Garten…
…ist eine der häufigsten Ursachen für Streitigkeiten. Da wird dann schon mitunter heftig diskutiert, ob der Baum zu nahe an der Grenze gepflanzt wurde und ob man das viele Laub auch tatsächlich entfernen muss. Manche gehen im Zuge der Streitgespräche sogar so weit, das Laub in Eigenregie wieder über den Gartenzaun zu befördern.

Unter ganz bestimmten (und eher seltenen!) Umständen kann Laub vom Nachbarsgrundstück tatsächlich als Emission angesehen werden. Doch das ist die Ausnahme und nicht die Regel. Grundsätzlich obliegt die Laubentfernung dem Haus- oder Wohnungsbesitzer.

Tipp: Wer ein Haus oder eine Wohnung mit Garten mietet, in dem sich viele Bäume befinden bzw. ein reicher Baumbestand in der Nachbarschaft ersichtlich ist, sollte die Frage der Laubentfernung bereits bei Eingehen des Mietverhältnisses aktiv ansprechen und klären. Ein intensiver Laubbestand kann nicht nur Arbeit und Zeit kosten, sondern auch einiges an Geld!

Besser und jedenfalls nervenschonender ist es, nicht über jedes weggeräumte Blatt Buch zu führen und im Extremfall das Gespräch mit dem Nachbarn zu suchen. In vielen Fällen ergeben sich so gute Lösungen, die sogar zu einer positiven Vertiefung der nachbarschaftlichen Beziehungen führen können.

Laub richtig entsorgen
Grundsätzlich muss Laub als Biomüll in den entsprechenden Tonnen entsorgt werden. Das ist nicht immer ganz einfach, denn Biomüll-Tonnen sind gerade im Herbst im Nu überfüllt, und so haben sich einige Laubentsorgungsunsitten rasch verbreitet.

Eine der beliebtesten ist es, schwarze Plastiksäcke mit Laub im Schutz der Nacht einfach zum normalen Müll zu stellen. Häufig werden die Säcke aber auch auf der Straße oder im Wald – ganz nach dem Motto: Natur zu Natur – abgeladen. Es kommt sogar vor, dass das Laub einfach auf die Straße gekehrt wird. Diese Entsorgungsarten entsprechen weder den Vorschriften noch nützen sie der Umwelt!

Achtung: Das Laub im Garten zu verbrennen ist meist aus Brandschutzgründen nicht erlaubt und strafbar. Zusätzlich werden beim Verbrennen des nassen Laubs auch viel Rauch und schädlicher Feinstaub freigesetzt.

Tipp: In vielen Gemeinden, z.B. in Wien, gibt es spezielle Laubsäcke (Mülldeponien) günstig zu kaufen. Diese können in unbeschränkter Anzahl auch neben Biotonnen abgestellt werden.

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