So, 27. Mai 2018

Negativpreisträger

27.10.2014 10:01

Big Brother Award für e-Call, ELGA, Heinisch-Hosek

Der Autonotruf e-Call hat heuer bei der Vergabe der "Big Brother Awards" in Wien einen der nicht gerade begehrten Datenschutz-Negativpreise gewonnen. Das automatische Notrufsystem, das künftig in allen Neuwagen landen soll, siegte in der Kategorie "Politik". Negativpreisträger in der Kategorie "Lebenslanges Ärgernis": die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA). Auch die Bildungsministerin erhielt einen Big Brother Award.

"Noch bevor das erste Gerät montiert wird, entwickeln behördliche Überwacher und die Glücksritter des digitalen Zeitalters mit feuchten Augen Zusatznutzen für diese ungeahnte Datenquelle digitaler Überwachung", heißt es zum Autonotruf. ELGA bekam eine Auszeichnung, "weil das Gesundheitsthema die Big Brother Awards seit ihrem Bestehen begleitet und es immer wieder Nominierungen gibt".

Facebook nahm in der Negativliste die Top-Position im Bereich "Globaler Datenhunger" ein, nachdem das soziale Netzwerk für eine Studie die Auswahl der Einträge von einigen Hunderttausend Nutzern im Nachrichtenstrom manipuliert hatte, um zu erforschen, wie sich positive und negative Emotionen in Netzwerken ausbreiten.

Big Brother Award für die Bildungsministerin
Mit einem Preis im Bereich "Behörden und Verwaltung" wurde Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek bedacht, nachdem vom BIFIE bei den verpflichtenden Standardüberprüfungen in den Volksschulen Kindern Fragen wie "Wenn deine Mutter derzeit nicht berufstätig ist, gib bitte an, welchen Beruf sie zuletzt ausgeübt hat" gestellt wurden. "Wenn nun in Mathematik-Standardtests für die Vierte Klasse nach der Anzahl der Bücher zu Hause gefragt wird, so erscheint das Zusammenzählen von Büchern wohl kaum geeignet, den Bildungsstand am Ende der Volksschule zu dokumentieren", hieß es in der Begründung.

Preisträger in der Kategorie "Kommunikation und Marketing" wurde LG Electronics, während bei "Business und Finanzen" die Universität Salzburg wegen einer Kooperation mit Google als Sieger hervorging. Die Big Brother Awards verstehen sich als Negativpreis, der Unternehmen und Institutionen wegen mangelnden Datenschutzes an den Pranger stellen soll. Die Preisträger dürften demnach alles andere als erfreut darüber sein, den Award erhalten zu haben.

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