Mi, 23. Mai 2018

An Konsulate gesandt

24.10.2014 20:11

Terroralarm in Istanbul wegen Briefen mit Pulver

Terroralarm in der Türkei: Laut Behörden sind am Freitag in Istanbul gleich in mehreren ausländischen Konsulaten Briefe mit einem unbekannten gelben Pulver eingegangen. Auffallend ist, dass Vertretungen jener Staaten betroffen waren, die auch in der internationalen Anti-IS-Koalition vertreten sind.

Unter anderem war auch das deutsche Generalkonsulat in der türkischen Metropole betroffen. Dort sei ein "unbekannter Gegenstand" eingegangen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Freitag in Berlin. Ein Video auf der Website der Zeitung "Hürriyet" zeigte, wie der Eingang zum deutschen Konsulat in der Istanbuler Innenstadt mit einem Absperrband der Polizei blockiert wurde.

"Wir haben einen Briefumschlag erhalten, der denen in den anderen Konsulaten ähnelte, er wurde aber nicht geöffnet", sagte die französische Generalkonsulin Muriel Domenach. Es deute derzeit nichts darauf hin, dass es sich um eine gefährliches Substanz handle. Dem türkischen TV-Sender NTV zufolge rückten die Experten des Katastrophenschutzes am Donnerstag auch zu einem Einsatz in einem Postamt im Istanbuler Stadtteil Beyoglu aus.

Katastrophenschutz: Lediglich ein direkter Kontakt mit Pulver
Experten der türkischen Katastrophenschutzbehörde (Afad) entnahmen in den fünf Konsulaten Proben der unbekannten Substanz. Lediglich in der Vertretung Kanadas sei eine Person mit dem Pulver direkt in Berührung gekommen, teilte die Afad mit.

Nach Angaben des türkischen Gesundheitsministeriums wurden insgesamt 16 Konsulatsangestellte, die mit den Briefen in Kontakt kamen, medizinisch betreut. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Dem Ministerium zufolge soll das Ergebnis der Analysen bis Montag vorliegen.

Twitter-Star und Atatürk-Fan erschossen
Ebenfalls intensive Ermittlungen hat die Ermordung eines türkischen Twitter-Stars und glühenden Atatürk-Fans ausgelöst. Der 30-jährige Ferdi Özmen wurde am Donnerstag von einem unbekannten Angreifer auf offener Straße erschossen.

Die Bluttat hat auch eine heftige Debatte in den sozialen Medien der Türkei über die Hintergründe ausgelöst. Mehrere Internet-User äußerten den Verdacht, der Mord könnte politisch oder religiös motiviert seien, zumal Özmen wiederholt bedroht worden sei. Andere meinten, es habe sich um eine "persönliche Rache" gehandelt. Angesichts des stetig wachsenden Einflusses islamischer Kräfte in der Türkei sehen sich viele Anhänger der laizistischen Staatsidee Atatürks, wie sie auch Özmen vertrat, in die Defensive gedrängt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden