Do, 23. November 2017

Schrittmacher & Co.

24.10.2014 12:07

US-Ermittler prüfen Hackerangriffe auf Implantate

In den USA macht sich Angst vor Cyberangriffen auf medizinische Implantate wie Herzschrittmacher und Insulinpumpen breit. Ex-Vizepräsident Dick Cheney soll wegen der Befürchtung, Hacker könnten seinen Schrittmacher als Waffe gegen ihn verwenden, die Funkfunktionen an dem Gerät deaktivieren lassen haben. Und jetzt ermittelt sogar das Heimatschutzministerium, wie es tatsächlich um die Angreifbarkeit von medizinischen Geräten steht.

In Kriminalromanen und TV-Serien sind medizinische Geräte als Mordinstrumente keine Seltenheit. Auftragsmörder, die ihre Taten durch das Hacken eines Herzschrittmachers wie einen Herzinfarkt aussehen lassen oder die die Insulinpumpe des Opfers die ganze Dosis auf einmal abgeben lassen, könnten allerdings mehr als bloße Fiktion sein, vermutet das US-Heimatschutzministerium Homeland Security.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, untersucht man in den USA deshalb derzeit rund zwei Dutzend medizinische Implantate auf ihre Sicherheit gegen Cyberangriffe. Die Experten von Homeland Security seien besorgt, dass die Geräte tatsächlich von Cyberangreifern manipuliert werden könnten, um Herzattacken und Medikamentenüberdosen zu verursachen, heißt es.

Bislang keine gehackten Implantate gemeldet
Es gebe zwar bislang keine bekannten Fälle, in denen tatsächlich jemand durch einen Hackerangriff auf sein Implantat getötet wurde. Die Gefahr, dass das in Zukunft passieren könnte, hält man in den USA aber für real. "Es ist nicht außerhalb des Bereichs des Möglichen, damit schwere Verletzungen oder den Tod zu verursachen", sagt ein namentlich nicht genannter Vertreter der US-Regierung.

Dem Bericht zufolge arbeitet die US-Regierung mit den Herstellern der Medizintechnik zusammen, um gefundene Schwachstellen schnell zu beseitigen. Einige Hersteller, deren Geräte überprüft werden, gaben gegenüber der Nachrichtenagentur an, bereits Verbesserungen an der Sicherheit ihrer Geräte durchgeführt zu haben, hielten sich mit Details zu etwaigen Schwachstellen aber bedeckt.

Mysteriöser Tod von Insulinpumpen-Hacker
Die Untersuchungen von Homeland Security sollen einem Bericht der britischen TV-Anstalt BBC zufolge unter anderem durch die Arbeit des Hackers Barnaby Jack inspiriert worden sein, der 2012 ums Leben kam – wenige Tage, bevor er auf einer Hackerkonferenz über die Angreifbarkeit von Insulinpumpen berichten wollte.

Kurz vor seinem Tod sagte er der TV-Anstalt noch: "Wir können jede Pumpe in einem Umkreis von 90 Metern beeinflussen. Wir können diese Pumpe dazu bringen, ihr gesamtes 300-Einheiten-Reservoir von Insulin auf einmal abzugeben, und wir brauchen dafür nicht einmal ihre ID-Nummer." Durchaus möglich, dass er vor seinem Ableben etwas entdeckt hat, das nun den US-Heimatschutz beschäftigt.

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