Fr, 24. November 2017

Viele Reize

24.10.2014 11:00

Warum Hunde in der Stadt ein anderes Leben führen

Bereits 55 Prozent aller Hunde leben, so eine aktuelle internationale GFK-Statistik, in Städten. Jahr für Jahr werden es mehr. Das bedeutet für die Hunde engeren Lebensraum, immens mehr Umweltreize als auf dem Land, mehr Kontakte mit Menschen und anderen Hunden.

Obwohl Hunde in den letzten Jahren besser sozialisiert und erzogen werden, sollten Hundehalter darauf achten, dass ihre Vierbeiner nicht andere Menschen belästigen – aber auch nicht zu allen anderen Hunden hinlaufen und spielen wollen. Denn, so Verhaltensforscher und Biologe Kurt Kotrschal: "Hunde haben ebenso wie Menschen keine Einheitspsyche! Jeder Hund ist und reagiert unterschiedlich. Besonders ältere Tiere wollen gerade im Alter eher mehr Ruhe."

Rücksicht nehmen auf Menschen mit Hundeangst
Kotrschal verweist weiters darauf, dass die Menschen in den Städten – so seine Erfahrung – großteils sehr hundefreundlich seien. Dennoch müsse man aufpassen, da zum Beispiel rund zehn Prozent der Kinder Angst vor Hunden hätten. Kotrschal: "Diese Kinder können nichts dafür. Das müssen auch Hundehalter respektieren und sich entsprechend verhalten."

Kotrschal will "Menschenrecht auf Hundehaltung"
Allerdings tritt der international anerkannte Verhaltensforscher auch dafür ein, dass es ein Menschenrecht auf Hundehaltung geben soll. Schließich würden Menschen mit den Wolfs-Nachfahren nun mehr als 30.000 Jahre zusammen leben, aber noch immer in einigen Bereichen diskriminiert werden. Zugleich sollten Nicht-Hundehalter beginnend in den Schulen lernen, wie man mit Hunden umgeht, zumal diese nicht nur seit Jahrtausenden, sondern auch weltweit zur Kultur des Menschen gehören.

Haltung in der Stadt belastet die Gesundheit
In Städten sind Hunde nicht nur mit mehr Menschen und Artgenossen konfrontiert, sondern auch mit dem gesundheitsschädigenden Einfluss der Luftverschmutzung. Durch die bodennahen Gifte in der Luft kann es bei Hunden sogar zum Verlust des Geruchsinns und zu mangelndem Appetit kommen. Bronchien und Lungengewebe können sich chronisch entzünden. Es besteht für Stadthunde darüber hinaus ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen des Nervensystems sowie ein vorzeitiges Altern des Gehirns. Tiere, die laufend Dieselabgasen ausgesetzt sind, können außerdem vermehrt an Lungentumoren erkranken, Krebs bekommen.

Stadthunde schütten mehr Stress-Hormone aus
Unabhängig von diesen möglichen Krankheitssymptomen reagiert der Körper der Hunde, die an das städtische Treiben nicht so gewohnt sind, mit Stress, was zu einer vermehrten Ausschüttung von Cortisol-Hormonen und somit zu einer Erhöhung der Muskelspannung, des Herzschlags und des Blutdrucks führen kann.

Vierbeiner sind "Eisbrecher" für ihre Menschen
Trotz aller Umwelteinflüsse ist Kurt Kotrschal trotzdem für die Hundehaltung in der Stadt. Denn normalerweise würden sich Hundehalter sogar öfter um das Tier kümmern, weil man mindestens zwei bis drei Mal pro Tag spazieren geht – und, mit einem Augenzwinkern, "weil Hunde gerade in der Stadt hervorragende Eisbrecher sind und man mit einem Hund viel öfter auf der Straße angesprochen wird als ohne tierische Begleitung".

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