Sa, 26. Mai 2018

Mit U-Bahn unterwegs

24.10.2014 06:43

New York meldet ersten Ebola-Fall: Arzt infiziert

Jetzt hat die Ebola-Epidemie auch die US-Ostküstenmetropole New York erreicht: Der Verdacht auf einen weiteren Ebola-Fall in den USA bestätigte sich am Donnerstag. Der 33-jährige Arzt Craig Spencer, der sich jüngst um an der Seuche Erkrankte in Westafrika gekümmert hatte, sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte der Bürgermeister von New York, Bill de Blasio, mit.

Eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde sagte, Spencer sei nach seiner Rückkehr aus Westafrika noch mehrfach U-Bahn in der Metropole gefahren, hätte ein Taxi des Diensts Uber genutzt und Bowling gespielt. Der 33-Jährige habe zu sehr wenigen Menschen Verbindung gehabt, war indessen der Gouverneur des Staates New York, Andrew Cuomo, um Beruhigung bemüht.

Mit seiner Verlobten sowie zwei Freunden sei er in engem Kontakt gestanden, alle drei seien unter Quarantäne gestellt worden. Keiner zeige Symptome. Eine der drei Personen sei ebenfalls im Krankenhaus, sagte die Gesundheitsbeauftragte der US-Metropole, Mary Travis Bassett. Für eine vierte Person, einen Taxifahrer, bestehe kein Risiko.

Mediziner reiste von Guinea über Brüssel nach NY
Der Mediziner war für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in Guinea. Den Behörden zufolge kehrte er am 17. Oktober über den Internationalen Flughafen John F. Kennedy in die USA zurück. Er selber hatte auf seiner Facebook-Seite angegeben, um den 18. September herum nach Guinea gereist zu sein. Am 16. Oktober sei er nach Brüssel geflogen. Die maximale Inkubationszeit beträgt 21 Tage. Infizierte können Ebola übertragen, wenn sie Symptome wie Fieber oder Erbrechen aufweisen.

Die Wohnung des Mannes im Stadtteil Harlem auf Manhattan sei versiegelt worden, teilten die Gesundheitsbehörden weiter mit. Der Rest des Hauses sei für die Bewohner aber frei zugänglich. Drei Polizisten bewachten es. Spencer sei von einem Spezialteam in die Klinik begleitet worden.

Furcht vor Ausbreitung wächst
Der neue Fall verstärkte die Furcht vor einer Ausbreitung der Krankheit in den USA. De Blasio versuchte die Bevölkerung zu beruhigen. Doch an den Aktienmärkten machte sich Nervosität bemerkbar. Die Wall Street gab nach Bekanntwerden der Nachricht einen Teil ihrer Gewinne zum Handelsschluss wieder ab. Auch in Asien wurde der Aufwärtstrend gedämmt. "Die Ängste sind da und sie sind fest in den Köpfen der Investoren", sagte ein Händler in Tokio.

Die schwerste Ebola-Epidemie in der Geschichte hat vor allem Liberia, Sierra Leone und Guinea in Westafrika erfasst. Die Seuche wurde aber auch nach Spanien und die USA eingeschleppt. Im texanischen Dallas steckten sich zwei Krankenschwestern bei der Behandlung eines Ebola-Patienten an. Er war der erste in den USA diagnostizierte Fall. Insgesamt gab es in den Vereinigten Staaten bisher neun an Ebola erkrankte Menschen.

Die USA verschärften unterdessen ihre Einreise-Bestimmungen für Flugpassagiere aus den besonders stark betroffenen Ländern. Der Weltgesundheitsbehörde zufolge haben sich etwa 10.000 Menschen angesteckt. Etwa die Hälfte der Patienten starb an der Infektion.

Erster Fall in Mali: Zweijähriges Mädchen infiziert
Am Donnerstag gab es zudem den ersten Fall von Ebola in Mali. Ein zweijähriges Mädchen, das kürzlich im Nachbarland Guinea unterwegs gewesen sei, sei positiv auf das Virus getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium des Landes am Donnerstag mit. Es ist damit das sechste westafrikanische Land, in dem die Krankheit auftritt. Senegal und Nigeria wurden inzwischen wieder als Ebola-frei erklärt.

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