Mo, 20. November 2017

Behörden untätig?

22.10.2014 11:56

Schwere Vorwürfe gegen Pferdehalter in Vorarlberg

Der Tierschutzverein Rankweil erhebt schwere Vorwürfe gegen die Betreiber eines Pferdestalls in Vorarlberg und den zuständigen Amtstierarzt: Videoaufnahmen zeigen vollkommen abgemagerte und verwahrloste Pferde, die zu allem Überfluss sogar noch für Reitstunden eingesetzt werden. Ein Schimmel soll an der Verwahrlosung bereits gestorben sein. Für den zuständigen Amtstierarzt handelt es sich bei den Vorwürfen allerdings um "dramatische Hetze".

Das Video des Tierschutzvereins Rankweil lässt wohl keinen Tierfreund kalt: Es zeigt Pferde, die so abgemagert sind, dass man jede einzelne Rippe erkennen kann. Der Schweif eines Tieres ist mit Dreck verklebt. Ein Schimmel lässt sich zum Sterben in seiner Box nieder - ganz alleine, ohne tierärztliche Hilfe. Hasen drängen sich in viel zu kleinen Gehegen. Alle Aufnahmen stammen laut Verein von einem Pferdestall in Trost in Vorarlberg - und die Behörden sollen trotz zahlreicher Beschwerden untätig bleiben, so der Vorwurf.

SPÖ: "Behördlich legitimierte Tierquälerei"
Der Fall erregte mittlerweile sogar die Aufmerksamkeit der Politik. Die Zustände in dem Stall bezeichnete SPÖ-Tierschutzsprecherin Gabi Strickler-Falschlunger als "behördlich legitimierte Tierquälerei", so die "Vorarlberger Nachrichten". Für das Pferd als Fluchttier sei es eine Qual, ohne Schmerzmittel "verrecken" zu müssen. Auch die Grüne Abgeordnete Nina Tomaselli stellte die tierärztlichen Kontrollen mittlerweile öffentlich in Frage.

Amtstierarzt verortet Hetzkampagne
Für den zuständigen Feldkircher Amtstierarzt Oswald Kessler ist die Aufregung aber nur eine "dramatische Hetzjagd" und nicht gerechtfertigt, wie die "Vorarlberger Nachrichten" weiter berichten. Der Pferdehalter habe behördliche Auflagen bereits erfüllt, die Videoaufnahmen von dem sterbenden Schimmel sei lediglich eine ungünstige Momentaufnahme, so Kessler: "Das Pferd ist einfach an Altersschwäche gestorben, ein natürlicher Tod."

Flugblätter sollen Eltern von Reitschülern aufklären
Der Tierschutzverein Rankweil will jedoch noch nicht aufgeben: Eine Flugblattaktion soll vor allem Eltern in der Umgebung über die Zustände auf den Pferdehof aufklären. Jeder, der sein Kind auf solch schwachen Tieren reiten lässt, mache sich mitschuldig, so Obfrau Michaela Bonmassar zur "Pferderevue". Auch wenn nicht alle Pferde in einem solch schlechten Zustand seien wie die Tiere im Video, müsse man dennoch dringend handeln.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).