Fr, 24. November 2017

Im Kampf gegen IS

20.10.2014 18:21

US-Propaganda setzt auf Wiener Dschihad-Mädchen

Die Wiener Dschihad-Mädchen Sabina und Samra sind mittlerweile weit über die Grenzen Österreichs bekannt. Jetzt sind die beiden Schülerinnen sogar von den Cyberkriegern der Vereinigten Staaten für ihre Zwecke entdeckt worden. Am Montag postete das US-Außenministerium auf der eigens im digitalen Kampf gegen den Dschihadismus eingerichteten Twitter-Seite "Think Again, Turn Away" (Denk' nochmal nach, wende dich ab) eine Fotomontage mit den Mädchen.

Im Frühjahr waren die beiden Schülerinnen von Wien aus in den "Heiligen Krieg" nach Syrien gezogen - wo sie bald zu Propagandaopfern der IS-Extremisten wurden. Nach rund sechs Monaten im Kriegsgebiet sollen die Mädchen genug haben - und wieder nach Hause wollen, hieß es vor Kurzem (siehe Story in der Infobox). Doch sie sitzen fest - eine Rettungsaktion sei derzeit unmöglich, heißt es, genauso wie eine eigenständige Flucht.

"Am schönsten ist es zu Hause"
Genau aus diesem - eigentlich äußerst dramatischen - Grund haben jetzt auch die Gegner der Dschihadisten Sabina und Samra für ihren Anti-IS-Propagandakrieg entdeckt. Die Wienerinnen sind seit Montag auf der Twitter-Seite der offiziellen Anti-Terror-Kampagne des US-Außenministeriums zu sehen. "There is no place like home" (Am schönsten ist es zu Hause), lautet die zynische Überschrift des Twitter-Eintrags mit den Bildern der beiden Mädchen.

Das Zitat stammt aus "Der Zauberer von Oz" und zählt zu den bekanntesten Zitaten der US-amerikanischen Filmgeschichte. Dazu passend montierten die Verantwortlichen vom Zentrum für strategische Anti-Terror-Kommunikation (CSCC) ein paar rot-glitzernde Damenschuhe - wie sie aus dem Kinderbuchklassiker von L. Frank Baum bzw. der gleichnamigen Verfilmung aus dem Jahr 1939 bekannt sind. Anders als die Dschihad-Mädchen muss Hauptfigur Dorothy nur dreimal die Hacken der roten Halbschuhe zusammenschlagen und sich nach Hause wünschen, so der Schmäh der US-Cyberkrieger.

"Zwei Teenager, die nach Syrien aufgebrochen sind, sagen, sie haben einen schweren Fehler begangen. Krank von all dem Blutvergießen. Nicht in der Lage abzureisen", heißt es dann in dem Twitter-Eintrag mit den "Austro-Models" weiter. Abschließend das Kampagnenmotto: "Denk' nochmal nach, wende dich ab".

Debatte um Schock-Video der US-Cyberkrieger
Die Mitarbeiter des CSCC feiern auf Twitter regelmäßig militärische Rückschläge für die Dschihadisten und prangern das Vorgehen der Terrormiliz schonungslos an. Zuletzt hatten sie im September mit einem Schock-Video (freigegeben ab 18 Jahren) für Diskussionsstoff gesorgt (siehe Story in der Infobox), in dem man gekreuzigte Menschen, Exekutionen und Terroranschläge sieht. Kommentar der US-Cyberkrieger: "Das alles lernst du bei IS. Denk' darüber nach."

Experten bezweifeln allerdings, dass diese Art von teilweise äußerst zynischer Propaganda den USA den gewünschten Erfolg in der digitalen Schlacht gegen die Dschihadisten bringen wird.

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