Sa, 26. Mai 2018

Raumluft

21.10.2014 12:38

Richtig lüften in den kalten Monaten

Ebenso pünktlich wie eindringlich erfolgt jährlich der Appell von Umweltmedizinern und Baubiologen, das regelmäßige und vor allem richtige Lüften in der Heizsaison zu beachten. Tatsache ist allerdings, dass diese Aufforderungen nur sehr zögerlich auf fruchtbaren Boden fallen. Ursachen dafür gibt es viele, doch fest steht, dass die gezielte Frischluftzufuhr und der regelmäßige Luftaustausch in der kalten Jahresszeit Gesundheit, Bausubstanz und auch die Brieftasche schonen.

Die Qualität der Innenraumluft sowie mögliche Belastungen und deren Folgen für die Bewohner sind ein relativ junges Thema, das in enger Verbindung zu modernen, energiesparenden und immer luftdichteren Bauweisen steht. Ein "natürlicher" Luftaustausch durch undichte Gebäudestellen findet heute in sanierten oder neuen Gebäuden so gut wie nicht mehr statt.

So erfreulich die Auswirkungen auf die Heizkostenersparnisse auch sind – in Bezug auf die Qualität der Innenraumluft hat diese Bauentwicklung weitreichende und nicht nur positive Folgewirkungen.

"Ich brauche frische Luft!"
An Frosttagen verbringen wir bis zu rund 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen. Frei nach dem Motto "Erstunken ist noch niemand, erfroren schon viele" bleiben auch die Fenster meist geschlossen. Schon allein, weil man ja die kostbare Heizenergie nicht einfach so beim Fenster herauslassen will.

Abhängig von der jeweiligen Aktivität gehen Experten davon aus, dass jeder Mensch pro Stunde etwa 30 Kubikmeter frischer Luft benötigt. Doch der Mensch verbraucht nicht nur Sauerstoff, er gibt auch – wiederum je nach Tätigkeit und Aktivität – C02, Feuchtigkeit und Gerüche ab.

Das deutsche Fachinformationsinstitut Karlsruhe empfiehlt, dass der C02-Gehalt der Luft eine Konzentration von 0,1 Prozent in der Innenraumluft nicht übersteigen sollte. So weit, so schwierig. Denn in die Praxis umgesetzt, würde dies in einer durchschnittlichen Wohnung, in der vier Personen anwesend sind, bedeuten, dass etwa alle zwei (!) Stunden ein kompletter Luftwechsel erforderlich ist. Ein kurzer Check des eigenen Lüftungsverhaltens macht rasch klar, dass frische Luft in unseren Wohnungen Mangelware ist.

An richtiger Winterlüftung führt kein Weg vorbei
Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Konzentrationsmangel, Lustlosigkeit, Kopfschmerzen, laufende Nase und vieles mehr – all dies müssen in der kalten Jahreszeit nicht unbedingt Anzeichen eines grippalen Infektes oder des berühmten Winter-Blues sein. In vielen Fällen ist in den Wintermonaten ein Frischluftmangel dafür verantwortlich.

Denn nur mit einem gezielten und richtigen Luftaustausch können CO2, Bakterien, schlechte Gerüche, Staub und – in der Heizperiode besonders wichtig – auch zu viel Luftfeuchtigkeit aus den Innenräumen hinausbefördert werden. Das tut nicht nur den Bewohnern gut, sondern auch der Bausubstanz, da mit der regelmäßigen Lüftung z.B. auch Schimmel hintangehalten werden kann.

Die größten Irrtümer beim Lüften
Bei kaum einer anderen Tätigkeit kommt es so häufig zu Fehleinschätzungen wie beim eigenen Lüftungsverhalten. So sind die meisten überzeugt, reichlich und ausgiebig zu lüften. Stimmt in der Regel nicht. Ein kurzes Aufreißen der Fenster in der Früh, meist nur in bestimmten Räumen (Schlaf- und Wohnzimmer), reicht nicht aus. Ebenso wenig wie das Öffnen der Fenster mit dem Schlachtruf: "Da stinkt's aber". Übrigens: Dieser "Mief" ist meist auf eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen zurückzuführen.

Tipp: Es zahlt sich aus, zumindest einige Tage lang, seine Lüftungsgewohnheiten schriftlich festzuhalten. Erstaunliche Ergebnisse sind vorprogrammiert. Wird dann in der Folge auf ein bewusstes Lüftungsverhalten umgestellt, stellt der Großteil der Bewohner eine spürbare Verbesserung des Allgemeinbefindens fest.

Man weiß es wahrscheinlich sowieso besser – trotzdem ist das Dauerlüften mit gekipptem Fenster selbst im Winter bei uns nach wie vor äußerst beliebt. Die Folgen sind vielfach unangenehm: Zum einen dauert ein kompletter Luftaustausch bei gekipptem Fenster rund eine Stunde und mehr. Durch den konstanten Luftzug kühlen die Oberflächen aus und bilden so die beste Grundlage für das Ansetzen von Schimmel. Zum anderen wird hier tatsächlich Heizenergie im wahrsten Sinn des Wortes aus dem Fenster geschmissen.

So geht es richtig
Zielsetzung der Winterlüftung ist es, einerseits für ausreichend frische, gesunde Luft in den Innenräumen zu sorgen, andererseits jedoch so viel Energie wie möglich einzusparen. Bewusstes Handeln ist also gefragt.

Wichtig: Die Dauer der Lüftung hängt stets von der Witterung ab. Je kälter und je trockener die Außentemperaturen, desto kürzer muss gelüftet werden. Denn aufgrund der Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Außenbereich erfolgt der Luftwechsel rascher. Auch Windverhältnisse können auf die Lüftungsdauer einen Einfluss haben.

Am wichtigsten ist aber die Art der Lüftung. In den kalten Monaten erfolgt richtiges Lüften mittels Stoß- oder Querlüftung. Bei der Stoßlüftung werden alle Fenster eines Raumes gleichzeitig geöffnet. Bei der Querlüftung geht es vor allem um das Erreichen eines rascheren Luftaustausches durch das gleichzeitige Öffnen von möglichst gegenüberliegenden Fenstern und Türen.

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