Do, 24. Mai 2018

Kind nicht gefährdet

24.10.2014 16:18

"Ich bin schwanger – und habe Krebs!"

Selten und schockierend, wenn während der Schwangerschaft plötzlich eine Tumordiagnose die Freude trübt. Eine Chemotherapie gefährdet das Kind aber nicht.

Es ist ein Tabuthema, denn so eine bösartige Erkrankung passt gar nicht zu dieser Zeit der Vorfreude und Hoffnung. Grundsätzlich gilt aber: Krebs in der Schwangerschaft kommt selten vor und kann gut therapiert werden. Die Tatsache, ein Kind zu erwarten, löst das Leiden auch nicht aus, es müssen mehrere, andere Faktoren zusammenkommen.

Jede Form kann theoretisch auftreten, am häufigsten finden sich Karzinome am Gebärmutterhals und der Brust. "Während einer von 3.000 Schwangerschaften wird Brustkrebs festgestellt. Es handelt sich dabei oft um besonders aggressive Formen, die hormonunabhängig sind", erklärt Prim. Univ.-Doz. Dr. Rupert Koller, Abteilung für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie im Wiener Wilhelminenspital und Vizepräsident der ÖGS (Österr. Gesellschaft für Senologie, ein interdisziplinäres Forum für Brustgesundheit).

Das Leiden lässt sich aber, wenn nötig, mit Chemotherapie behandeln. Aktuelle Studien zeigen nämlich, dass diese – sofern sie in der zweiten Schwangerschaftshälfte angewandt wird – keine negativen Auswirkungen auf das Baby hat! "Es gibt in der medizinischen Literatur schon genaue Hinweise darauf, dass betroffene Kinder gesund geboren und erwachsen werden können", so Prim. Koller. Die Säuglinge können mitunter aber ein zu niedriges Geburtsgewicht aufweisen.

Auch Operationen werden durchgeführt. Ob die Brust abgenommen werden muss oder erhalten bleibt, entscheidet der Mediziner nach denselben Kriterien wie bei Nichtschwangeren.

Probleme bereitet allerdings oft die frühe Entdeckung. Eine Diagnose während der Schwangerschaft und auch im ersten Jahr danach gestaltet sich schwerer als bei Frauen in "normalen Umständen". Veränderungen der Brust wie etwa die anschwellenden Milchdrüsen machen eine Tastuntersuchung schwierig, manche diagnostische Maßnahmen sind nicht geeignet. Auch "überlagern" Schwangerschaftsbeschwerden mitunter mögliche Krankheitssymptome.

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