Mi, 22. November 2017

Killer-Feature?

17.10.2014 13:27

„Apple SIM“ erlaubt fliegenden Anbieterwechsel

Bescheidenheit ist man von Apple eigentlich nicht gewohnt, und dennoch verlor der kalifornische Konzern bei der Präsentation seiner neuen iPads am Donnerstagabend kein Wort über eine neue Funktion, die das Geschäft der Telekombranche umkrempeln könnte: die "Apple SIM" – eine SIM-Karte, die einen fliegenden Wechsel zwischen Mobilfunkanbietern ermöglicht und damit deren Hoheitsanspruch untergräbt.

Die neue "Apple SIM" sei auf den neuen Modellen des iPad Air 2 mit WLAN und Mobilfunkmodul vorinstalliert, schreibt der Hersteller auf seiner englischsprachigen Website. Sie gebe Nutzern die Flexibilität, "aus einer Reihe an kurzfristigen Verträgen ausgewählter Anbieter (…) wählen zu können". Dank der neuen Karte könne man sich jenen Vertrag aussuchen, der einem gerade am besten passt, so Apple. Das funktioniert zunächst allerdings nur bei insgesamt vier teilnehmenden Mobilfunkanbietern in den USA und Großbritannien: AT&T, Sprint, T-Mobile und EE. Weitere Netzbetreiber und Regionen dürften aber folgen.

Die "Apple SIM" ist keine Erfindung der Kalifornier. Solche per Funk umprogrammierbaren SIM-Karten waren schon vor einiger Zeit entwickelt worden, kamen bisher aber eher in Technik wie Autos mit Internetanschluss zum Einsatz. Die Idee ist, dass man keine Karten wechseln muss, wenn die Fahrzeuge in verschiedene Weltregionen geliefert werden. Außerdem kann man so Roaming-Gebühren vermeiden, wenn man in einem anderen Land unterwegs ist - die SIM kann einfach auf einen lokalen Anbieter umgestellt werden.

Netzbetreiber würden Kontrolle verlieren
In Branchenkreisen war schon seit einiger Zeit zu hören, dass Apple solche SIM-Karten gern in seinen Geräten einsetzen würde, aber sich Mobilfunkbetreiber dagegengestemmt hätten. Sie legen demnach Wert darauf, die Beziehung zum Kunden über die Ausgabe der kleinen Chips unter Kontrolle zu behalten. Ihre Sorge sei, dass die Kunden mit einer umprogrammierbaren SIM-Karte viel häufiger den Netzbetreiber wechseln würden.

Einsatz in iPhones unwahrscheinlich
Dass die Netzbetreiber in Westeuropa den Einsatz der neuen "Apple SIM" auch in Apples iPhones zulassen würden, glaubt Francisco Jeronimo vom IT-Marktforschungsunternehmend IDC deshalb nicht. Die iPhones würden viel häufiger vom Netzbetreiber subventioniert und zusammen mit einem Mobilfunkvertrag mit langer Laufzeit verkauft. Beim iPad wäre es jedoch ein Weg, "für die Kunden die Version mit Mobilfunkanbindung attraktiver zu machen".

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