Do, 24. Mai 2018

Juwelierraub

17.10.2014 07:12

27-Jähriger von Mordanklage freigesprochen

Vor fast neun Jahren wurde bei einem Überfall auf den Juwelier Hohensteiner in Eisenstadt einem jungen Uhrmacher in den Kopf geschossen. Der damals 22-Jährige war seither pflegebedürftig und starb im Vorjahr. Der Prozess um den Überfall hat jetzt am späten Donnerstagabend für den 27-jährigen Angeklagten mit einem Freispruch vom Vorwurf des Mordes geendet. Der Mann wurde wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang und schwerem Raub zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Dabei handelt es sich um eine Zusatzstrafe unter Bedachtnahme auf eine Verurteilung in Spanien. Der 27-Jährige war am 22. Jänner dieses Jahres vom Madrider Strafgericht Nr. 22 ebenfalls wegen Raubes zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Diese Entscheidung galt es bei der Strafbemessung zu berücksichtigen.

Weil der Angeklagte zur Tatzeit erst 18 Jahre alt war, fand die Verhandlung vor einem Geschworenengericht für Jugendstrafsachen statt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Verurteilte erbat Bedenkzeit, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.

Am 28. November 2005 hatten laut Anklage drei Täter das Juweliergeschäft überfallen. Der 22-jährige Uhrmacher aus Niederösterreich eilte den flüchtenden Räubern nach. Der junge Mann wurde durch einen Schuss zum Pflegefall und starb am 20. März 2013.

Tödliche Schüsse bis zuletzt bestritten
Der 27-jährige Angeklagte hatte vor Gericht zwar seine Beteiligung an dem Überfall auf den Juwelier - bei dem Uhren im Wert von rund 450.000 Euro erbeutet worden waren - gestanden, aber bis zuletzt bestritten, damals auf den Uhrmacher geschossen zu haben. Das soll ein serbischer Komplize, der vierte Mann, getan haben - der allerdings mittlerweile tot ist.

Dessen Mutter sollte als Zeugin vor Gericht bestätigen, dass ihr Sohn bei einem Raub in Österreich jemanden angeschossen habe. Auch ein in Graz inhaftierter Serbe sprang für den Angeklagten ins Feuer: Der Schütze habe ihm die Tat gestanden.

"Bin davon überzeugt, dass er der Todesschütze ist"
"Ich bin fest davon überzeugt, dass er der Todesschütze ist, der diese schreckliche und abscheuliche Tat begangen hat", erklärte Staatsanwalt Petö in seinem Schlussplädoyer. Die Anklage stützte sich vor allem auf eine Blutspur des 27-Jährigen, die im Fond des Fluchtwagens gefunden worden war. Für einen vierten Räuber gebe es "keinen Anhaltspunkt".

Ob es den vierten Täter gegeben habe oder nicht, könne man nicht mit Sicherheit sagen, erklärte Verteidigerin Heike Sporn. Sie habe alles in allem die Ansicht, dass hier "zu viele Zweifel" bestünden, um die Frage, dass ein Mord vorliege, bejahen zu können.

Der Angeklagte erklärte zum Abschluss, er wolle nur sagen, dass er nicht auf den Uhrmacher geschossen habe "und dass es mir sehr leid tut, dass das alles so passiert ist, soweit ich gehört habe".

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