So, 27. Mai 2018

Ins Ausland entführt

17.10.2014 06:16

Trio hielt Wiener einen Monat in Ungarn gefangen

Ein 67-jähriger Wiener, der vor zwölf Jahren an einem spektakulären Verbrechen beteiligt gewesen war, wurde Anfang August von einer dreiköpfigen Bande aus seiner Wohnung in Wien-Floridsdorf entführt. Er wurde laut der ungarischen Polizei in einer Hütte in einem Wald gefangen gehalten. Vor einer Woche brachte die Bande das Opfer nach Österreich zurück und setzte ihn bei einer Autobahnausfahrt ins Freie.

Dort wurde Gabor P. von der österreichischen Polizei in der Nähe des Grenzübergangs Nickelsdorf im Burgenland aufgefunden. "Das Opfer wirkte verstört", so ein Fahnder. Die Täter, eine Frau und ein Mann aus Ungarn und ein Rumäne, konnten von der Polizei ausgeforscht werden.

Betäubungsmittel gespritzt, nach Ungarn entführt
Sie sollen dem österreichisch-ungarischen Doppelstaatsbürger im Stiegenhaus seiner Wiener Wohnung ein Betäubungsmittel gespritzt und ihn nach Ungarn gebracht haben. Dort wurde der Entführte dazu gezwungen, mehrere Dokumente zu unterzeichnen, mit denen sich die Bande rund 50.000 Euro von ihrem Opfer von verschiedenen Banken holte. Es war immer die Frau, die sich verkleidete, wenn sie das Geld abholte.

Am 7. August machte die Schwester von Gabor P. eine Abgängigkeitsanzeige bei der Wiener Polizei. Bei den Verwandten traf kurz nach seinem Verschwinden ein Schreiben ein, in dem P. mitteilte, dass er in Italien sei. Mehrfach wurde der Wiener von Unbekannten  mit dem Tod bedroht. Die Täter verwüsteten auch seine Wohnung.

"Außer Grüß Gott haben wir nichts zu ihm gesagt"
Der Ex-Steuerberater soll in Ungarn Geschäftspartner wegen Betrugs angezeigt haben. Auch er selbst wurde von einigen Personen in Ungarn dubioser Geschäfte bezichtigt. Nachdem der Wiener 1993 wegen der Beteiligung an einem der spektakulärsten Verbrechen der österreichischen Kriminalgeschichte verurteilt wurde, kam er 2008 wieder aus dem Gefängnis.

In dem Wiener Eigentumshaus war der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, der dort auch seine Kanzlei hatte, nie aufgefallen. Eine Nachbarin: "Außer 'Grüß Gott' haben wir nichts zu ihm gesagt." Den Bewohnern wäre es lieber, wenn er ausziehen würde. Nach der Heimkehr aus Ungarn half ihm die Schwester, Möbel aus der Wohnung zu räumen. Die Kanzlei ist nun geschlossen.

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