Di, 21. November 2017

Lokalaugenschein

16.10.2014 07:31

Flüchtlingsquartier in Erdberg bereits voll belegt

Nur wenige Wochen nach der Eröffnung ist das Asyl-Quartier im Wiener Bezirk Erdberg bereits voll belegt. 350 Menschen seien nun untergebracht, hieß es bei einer vom Innenministerium organisierten Besichtigung der Unterkunft am Mittwoch. Für das Quartier in einer ehemaligen Zollwacheschule ist der Bund verantwortlich. Es soll nur vier Monate lang in Betrieb sein.

Weil in der vergangenen Woche Kritik an der Unterbringungsqualität in dem Gebäude laut geworden war, luden die Verantwortlichen einige Medienvertreter zur Besichtigung. Hergezeigt wurden der gut 200 Menschen fassende Speisesaal, die Unterbringung der Flüchtlinge in Ein- und Zweibettzimmern sowie ein Depot mit zur Verteilung vorgesehenen Sachspenden.

Einen Aufenthaltsraum abseits des Essbereichs gibt es in Erdberg noch nicht, ein Kinderspielzimmer sei aber geplant, hieß es seitens der Verantwortlichen. Die Essenausgabe funktioniere wie ein "ganz normaler Kantinenbetrieb", von stundenlangen Wartezeiten, wie zuletzt kritisiert wurde, könne keine Rede sein. Außer dem Frühstück werden die Mahlzeiten nun nicht mehr aus Traiskirchen geliefert, sie kommen von einer Cateringfirma.

Deutschkurse, Nationengespräche, Rechtsberatung
Angeboten werden im Speisesaal auch Deutschkurse und sogenannte Nationengespräche. Den Flüchtlingen stehen Möglichkeiten zum Waschen ihrer Wäsche zur Verfügung, Auskünfte gibt es bei einem Infopoint, Rechtsberatung wird montags angeboten. Ein Ärztezimmer im Haus steht auf der Wunschliste der Verantwortlichen ganz oben. Derzeit werden die Flüchtlinge von neun Personen der Betreuungsfirma ORS sowie einer Leiterin aus dem Innenministerium betreut. Für die Zutrittskontrolle ist ein Sicherheitsunternehmen zuständig.

Die am Mittwoch befragten Asylwerber zeigten sich mit der Unterkunft zufrieden. Vor allem die Privatsphäre in den Zimmern wurde im Vergleich zu den großen Schlafsälen in Traiskirchen positiv hervorgehoben. Der verbindende Wunsch aller: rasch zu erfahren, wie es mit ihnen nun weitergeht.

Innenministerium: Quartier weiterhin notwendig
Notwendig ist das Quartier weiterhin, ebenso wie die parallel eröffnete Unterkunft in der Althanstraße, betonte ein Sprecher des Innenministeriums. Derzeit gebe es nämlich doppelt so viele Asyl-Neuanträge wie Übernahmen durch die Bundesländer.

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