Do, 14. Dezember 2017

Stadthallen-Turnier

15.10.2014 18:46

Nach Dominic Thiem auch Jürgen Melzer draußen

Am Tag nach der Auftakt-Niederlage von Dominic Thiem ist mit Jürgen Melzer am Mittwoch auch der letzte Österreicher aus dem Hauptbewerb des Erste Bank Open ausgeschieden. Der Niederösterreicher unterlag im ersten Achtelfinale des Wiener ATP-Tennisturniers Ivo Karlovic 4:6, 6:7(1) und musste damit die zweite Niederlage im sechsten Duell auf Tour-Level mit dem Kroaten hinnehmen.

Melzer war vor dem Match gegen den 2,11-Meter-Mann bewusst gewesen, dass es keine Partie für Feinschmecker würde. Lange Ballwechsel kommen gegen den Weltranglisten-30. kaum zustande, mit insgesamt 21 Assen erzielte der auch ein Viertel seiner Punkte direkt mit dem Aufschlag. Mit seiner guten Augen-Hand-Koordination, wie Melzer nach seinem Auftaktsieg gegen den Slowaken Norbert Gombos gemeint hatte, erarbeitete er sich aber immerhin drei Breakbälle.

"Sehr frustrierend"
Zwei davon hatte er in Satz zwei bei einer 3:2-Führung, den dritten und damit Satzball bei 5:4. Letztlich wehrte Karlovic diese aber ebenso humorlos ab, wie er seine Matches eben anlegt. "Gegen den kriegt man null Rhythmus", resümierte Melzer etwas ernüchtert. "Es ist sehr frustrierend, wenn man gegen ihn spielt." Im letztlich entscheidenden Tiebreak machte der als Nummer sechs gesetzte Karlovic endgültig ernst und ließ dem Lokalmatador da nur noch einen Punkt.

"Er hat aber auch ausgezeichnet volliert, zu dominant serviert und verdient gewonnen. Ich habe ein, zwei leichte Fehler zu viel gemacht", bilanzierte der Weltranglisten-123. Zusammengefasst sei die Partie für Melzer einfach sehr frustrierend verlaufen. "Weil ich nicht das Gefühl habe, ein Tennismatch gespielt zu haben." Bei einer seiner letzten Chancen auf sein siebentes Wien-Viertelfinale sei so eine Partie auch für das Publikum schade gewesen.

"Natürlich ist die Enttäuschung jetzt riesengroß", musste der Deutsch-Wagramer eingestehen. Letztlich hatte er im Rahmen der Möglichkeiten aber kein schlechtes Match gespielt. Im ersten Durchgang zwang ihn bei 2:2 und Einstand ein schnellerer Herzschlag zu einer kleinen Pause. "Wenn der Puls plötzlich auf 220 ist, da muss man sich hinsetzen", sagte der 33-Jährige. Nach Wiederaufnahme der Partie kassierte Melzer prompt das einzige Break gegen sich.

Herzrasen vom Papa geerbt
Das Herzrasen ereilt Österreichs aktuelle Nummer drei ab und zu, nach eigenen Worten in Matches so ein-, zweimal im Jahr. "Immer wenn was passiert, wenn ich mich erschrecke. Ich habe das von meinem Papa geerbt. Ich weiß aber, wie ich damit umzugehen habe, habe es gut im Griff." Melzer beschrieb das Gefühl wie das nach einem vollen 800-m-Lauf. "Das Laktat geht da rauf und ich bekomme schwere Beine." Deswegen habe er das Break aber nicht kassiert.

Die Idee eines Eingriffs zur Behandlung des Herzrasens hatte er aufgegriffen, und verworfen. "Es hilft nicht jedem." Die ATP hatte Melzer aufgrund des kleinen gesundheitlichen Problems vor ein paar Jahren zu ein paar Tests vergattert, das ÖTV-Ass musste ein Gerät zur Herzaufzeichnung mit sich tragen. "Das habe ich aber jetzt wieder zurückgegeben." Zweimal pro Match sollte es ihm aber nicht passieren, denn dann müsse er von ATP-Seite aus aufgeben.

Melzer war noch am (heutigen) Mittwoch mit Philipp Petzschner im Doppel-Einsatz. 2015 will er weniger Doppel spielen, dafür plant er im Einzel einen letzten Angriff auf die Top 50. Bis zu den French Open in Paris soll es klappen, bis April sind keine Punkte zu verteidigen. Melzer spielt nun noch in Valencia, Paris und Bratislava. Für Karlovic geht es am Freitag im Viertelfinale gegen den topgesetzten Spanier David Ferrer oder den Deutschen Tobias Kamke weiter.

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