Mi, 18. Oktober 2017

Rechnungshof:

14.10.2014 13:50

Republik leistet sich 85 Attachés um 28 Mio. Euro

Einem neuen Rechnungshofbericht ist es zu verdanken, dass nun auch eine breitere Öffentlichkeit von der Existenz österreichischer Sozial- oder Bildungsattachés in Chisinau, in Odessa und in St. Petersburg erfährt: Die Republik leistet sich 85 dieser Diplomaten an 52 Standorten. Durchschnittsgehalt: 8.714 Euro, dazu kommen Zulagen. Die Kosten steigen.

27,71 Millionen Euro lässt sich die Republik die Entsendung der Attachés nach Paris, Rom, Genf, Belgrad etc. kosten. Neben den für die europaweite Polizeiarbeit nicht unbedeutenden 23 Verbindungsbeamten des Innenministeriums oder den ohnehin bekannten 31 Militärattachés finden sich auf der aktuellen Liste des Rechnungshofs auch einige "Exoten" des diplomatischen Dienstes: so etwa ein Sozialattaché in Chisinau, der Hauptstadt der Republik Moldau, oder Bildungsattachés in St. Petersburg oder in Podgorica in Montenegro.

"Auswahl nicht nachvollziehbar"
Dazu stellen die Rechnungshofprüfer fest: "Die Auswahl der Attachés ist mangels transparenten Auswahlverfahrens nicht nachvollziehbar." Nachsatz: Für das Bildungsministerium residieren "meist Lehrer oder externe Mitarbeiter" in den Auslandsvertretungen. Für die bis zu fünf Jahre dauernde Tätigkeit als Attaché gibt's ein Monatsgehalt von 8.714 Euro brutto, dazu kommen noch ein Wohnkostenzuschuss in der Höhe von 100 Prozent der Mietkosten sowie ein jährlicher Zuschlag für "Öffentlichkeitsarbeit und Kontaktpflege" in der Höhe von 5.000 Euro.

Detailliert listet der Rechnungshof auch auf, wie die Kosten für die 85 Attachés steigen: um sechs Prozent im Bereich des Verteidigungsministeriums, bei den übrigen Ministerien sogar um 17 Prozent - insgesamt erhöhten sich die Kosten auf bereits 27,71 Millionen Euro, die Botschaften sind nicht inkludiert.

Zur Erinnerung: Das Bundesheer muss 45,5 Millionen Euro einsparen und ist damit am Ende seiner Leistungsfähigkeit.

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