Di, 22. Mai 2018

Vor allem Stickoxide

13.10.2014 15:30

Diesel-Pkw belasten Umwelt stärker als angenommen

Selbst moderne Diesel-Pkw belasten die Umwelt stärker als bislang angenommen. Laut einer Studie der Non-Profit-Organisation International Council on Clean Transportation (ICCT) stoßen sie im Durchschnitt etwa sieben Mal so viel Stickoxide aus wie nach der EU-Norm Euro 6 erlaubt.

Die Wissenschaftler testeten nach eigenen Angaben 15 moderne Diesel-Fahrzeuge von unterschiedlichen Herstellern, die namentlich nicht genannt wurden. Fahrzeuge dürfen nach der Euro-6-Norm nicht mehr als 80 Milligramm Stickoxide pro Kilometer ausstoßen; die getesteten Pkw stießen demnach im Schnitt 560 Milligramm pro Kilometer aus. Benzin-Autos erfasste die Studie nicht, da sie meist die Grenzwerte für Stickoxide einhalten.

"Der überwiegende Teil der beobachteten Überschreitungen konnte weder 'extremen' noch 'untypischen' Fahrsituationen zugeordnet werden", heißt es in der Studie. So seien etwa bei leichten Steigungen im Alltagsbetrieb stark erhöhte Stickoxid-Emissionen gemessen worden. Einige der getesteten Fahrzeuge hätten aber auch Emissionen unterhalb der EU-Norm aufgewiesen. Dies weise darauf hin, dass "die Technologien für saubere Diesel-Pkw bereits heute existieren", teilen die Forscher mit.

Messungen nicht im Labor sondern im Alltagsbetrieb
Für die Studie setzten die Forscher sogenannte PEMS-Messgeräte ein, die den Ausstoß von Pkw im Alltagsbetrieb - also auf der Straße - messen. Im Gegensatz dazu verlangt die EU von Autoherstellern Abgasausstöße bei Neuzulassungen unter Laborbedingungen zu ermitteln. Dies kann zu deutlich veränderten Emissionswerten führen. Das soll sich aber ändern: Derzeit bereitet die Europäische Kommission Berichten zufolge die Einführung von Straßentests für Pkw-Neuzulassungen vor.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) kritisierte, dass die Messverfahren und Messgeräte für Straßentests derzeit noch nicht "ausgereift und zertifiziert" seien. Die Automobilindustrie befürworte Straßentests aber generell und unterstütze die Entwicklung des Verfahrens, teilte eine Sprecherin mit.

Das ICCT ist eine Non-Profit-Organisation. Dem Institut gehören neben unabhängigen Verkehrsexperten auch Behördenvertreter an.

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