Di, 17. Oktober 2017

30 Vereine dabei

10.10.2014 21:22

Solidarität mit Kobane: Kurden zogen durch Wien

Zahlreiche Vertreter der kurdischen Gemeinschaft in Wien sind am Freitagabend einmal mehr durch die Stadt gezogen. Ziel der Kundgebung: Solidarität mit der belagerten syrischen Kurdenenklave Kobane zu zeigen. Gerüchte, dass der Protestzug von gewaltbereiten Islamisten unterwandert werden könnte, bestätigten sich nicht, die Großdemonstration verlief friedlich.

Mehr als 30 Vereine, darunter neben kurdischen Kulturvereinen auch Asyl in Not, KPÖ und VSStÖ, hatten zur Solidarität mit den vom IS bedrohten Kurden in Syrien aufgerufen. Laut Veranstaltern nahmen etwa 7.000 Menschen teil, die Polizei sprach von 2.000 Demonstranten.

Gegen IS und "Terrorist" Erdogan
Die Demonstration, die vom Museumsquartier über den Ring bis zum Ballhausplatz zog, richtete sich nicht nur gegen den Terror der IS-Miliz und die Salafisten, auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wurde in Sprechchören "Terrorist" genannt. "Der Angriff auf Kobane ist von der Türkei organisiert", sagte ein Kurde, der vor fünf Jahren aus Syrien geflohen war. "Kurdistan ist in Gefahr - von allen Seiten werden wir angegriffen, weil wir Öl und reiche Städte wie Kobane haben. Wir brauchen kein eigenes Land, aber wir wollen Freiheit."

"Wenn Kobane fällt, wird es zu Aufständen der Kurden in der Türkei kommen", sagte die grüne Nationalratsabgeordnete Berivan Aslan, eine gebürtige türkische Kurdin. Die Türkei gefährde den Friedensprozess mit der kurdischen Bevölkerung, wenn sie im Konflikt um Kobane weiterhin so passiv bleibe. Österreich wiederum müsse sich "als neutrales Land, das sich für Menschen- und Frauenrechte einsetzt, fragen, welchen Stellenwert es in der internationalen Politik einnimmt, wenn es Völkermord nicht verhindern kann".

Polizei: "Programmgemäß und friedlich", aber Anzeigen
Die Polizei bezeichnete die Kundgebung als "programmgemäß und friedlich". Im Umfeld der Demonstration seien zahlreiche Identitätsfeststellungen durchgeführt worden, um potenzielle Störer von der Veranstaltung fernzuhalten. Dabei wurden eine Schreckschusswaffe, drei Messer und eine "bedenkliche Fahne" sichergestellt. Es gab es fünf Verwaltungsanzeigen, jedoch keine Festnahmen.

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