So, 27. Mai 2018

Anti-IS-Demo

07.10.2014 10:19

Kurden-Sympathisanten blockierten Wiener Ring

Das Schicksal der von der IS-Terrormiliz bedrohten kurdischen Enklave Kobane in Syrien an der Grenze zur Türkei lässt auch Österreich nicht kalt: Rund 300 Menschen haben Montagnacht in Wien gegen den IS-Vormarsch demonstriert und dabei die Ringstraße mehrere Stunden lang blockiert. Auch in Bregenz, Innsbruck und Graz gingen Menschen auf die Straße.

Gegen 21 Uhr hatten sich etwa 300 Menschen vor dem Parlament in Wien zu einer spontanen Kundgebung versammelt und den Verkehr am Ring zum Erliegen gebracht. Bei den Demonstranten habe es sich um Sympathisanten der in der nordsyrischen Grenzstadt kämpfenden Kurden gehandelt, hieß es vonseiten der Polizei. Die Protestveranstaltung sei "absolut friedlich" verlaufen.

Die Teilnehmer protestierten laut Polizei "gegen die Untätigkeit des Westens" und die IS-Angriffe auf Kobane. "Stop IS - Free Kobane" war auf Transparenten zu sehen. Die Sympathisanten der kurdischen Kämpfer forderten laut Polizei eine Aussprache mit Nationalratsabgeordneten. In der Folge kam es auch zu Gesprächen zwischen ihnen und SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder sowie der grünen Nationalratsabgeordneten Berivan Aslan.

Nächtliche Demos auch in Bregenz, Innsbruck und Graz
Auch in Bregenz, Innsbruck und Graz gingen Montagnacht Dutzende Menschen auf die Straßen, um gegen den IS-Vormarsch zu demonstrieren. In Bregenz wurden unmittelbar vor der Demo die Glastür und zwei Fenster des türkischen Generalkonsulats mit Steinwürfen beschädigt, teilte die Polizei am Dienstag mit. Rund 50 Menschen beteiligten sich an der Kundgebung in der Vorarlberger Landeshauptstadt, die sich über die Arlbergstraße in Richtung Innenstadt bewegte. Die unangemeldete Demonstration endete erst um 2.30 Uhr am Kornmarktplatz.

In Innsbruck gingen kurz vor Mitternacht etwa 70 Personen auf die Straße und blockierten die Grassmayrkreuzung. Die Kundgebung dauerte nur 15 Minuten. Rund 40 Kurden versammelten sich zudem im Stiegenhaus der SPÖ-Parteizentrale Salurnerstraße. "Es war eine friedliche Geschichte", schilderte LAbg. Georg Dornauer. Man habe sich "bei Gott" nicht bedroht gefühlt. Nach rund 45 Minuten war die "Besetzung" wieder beendet. Auch eine unangemeldete Kurden-Demonstration in Graz verlief friedlich.

Auslöser der Protestveranstaltungen war laut Behörden ein Aufruf auf Twitter, dem auch Kurden in Berlin, Hamburg und zahlreichen anderen europäischen Städten gefolgt sind. In sozialen Netzwerken kursierten Bilder von Demonstrationen in Bern und Den Haag, weiteren Twitter-Einträgen zufolge fanden auch in Paris, London, Stockholm, Ankara und Istanbul Proteste statt.

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