Do, 24. Mai 2018

Stadt vor dem Fall?

06.10.2014 15:25

Dschihadisten hissen IS-Flagge in Kobane

Die nordsyrische Kurden-Enklave Kobane gerät immer mehr unter Druck der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat. Am Montag wurde auf einem Gebäude im Osten der Stadt erstmals die schwarze IS-Flagge gehisst, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Am Wochenende war es zu den bisher heftigsten Gefechten um die Enklave gekommen. Nach Angaben der Kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) waren insgesamt 97 IS-Extremisten und 20 kurdische Kämpfer getötet worden.

Auf Fernsehbildern, die von der Türkei aus aufgenommen wurden, war die IS-Flagge auf einem vierstöckigen Gebäude im Osten von Kobane zu sehen. Unklar blieb vorerst, ob die Miliz das Gebiet tatsächlich unter ihre Kontrolle gebracht hatte. Zuvor hatten die kurdischen Verteidiger Kobanes berichtet, dass die Innenstadt mit Mörsergranaten beschossen worden sei.

Kämpfe um strategisch wichtigen Hügel
Umkämpft sei vor allem ein strategisch wichtiger Hügel, der den Extremisten einen ungehinderten Einfall in die Stadt ermöglichen würde. Kämpfer der YPG hätten die Angreifer nach heftigen Gefechten zurückdrängen können, sagte Rami Abdel Rahman von der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. 19 Kurden und mindestens 29 IS-Extremisten seien dabei getötet worden.

Die YPG-Einheiten gingen jetzt von "Defensive auf Angriff über", sagte der Chef der selbst ernannten Regionalregierung von Kobane, Anwar Muslim. Mittlerweile würden rund 5.000 Kurden in Kobane kämpfen. Auch die IS-Miliz erhielt nach Medienberichten vom Sonntag im Kampf um die Stadt Verstärkung aus anderen Regionen.

Erster Selbstmordanschlag auf IS-Extremisten
"Unsere Kämpfer haben sich auf diesen Kampf vorbereitet", sagte Muslim. Als Beispiel nannte er den ersten Selbstmordanschlag einer Kurdin auf IS-Extremisten südlich von Kobane. Die YPG-Kämpferin soll am Sonntagabend Dutzende Islamisten mit in den Tod gerissen haben. Nach Angaben der YPG hatte sich die Frau in das vom IS beherrschte Gebiet nahe des Mischanur-Hügels geschlichen und einen Sprengsatz gezündet. 16 IS-Kämpfer seien dabei getötet worden.

Seit Beginn der Gefechte flohen nach türkischen Angaben mehr als 180.000 Menschen aus Kobane und den umliegenden Dörfern über die Grenze in die Türkei. Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete, türkische Behörden hätten wegen des wiederholten Granatenbeschusses die Evakuierung dreier Grenzdörfer angeordnet. Außerdem seien die Schulen in der Umgebung geschlossen worden.

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