So, 27. Mai 2018

Für Hirnforschung

06.10.2014 11:42

Medizin-Nobelpreis geht an Amerikaner und Norweger

Der Nobelpreis für Medizin geht 2014 an den US-Forscher John O'Keefe sowie an das norwegischen Wissenschaftler-Ehepaar May-Britt Moser und Edvard I. Moser. Das hat am Montag das Nobelpreiskomitee in Stockholm bekannt gegeben. Die Auszeichnung erfolgt für Forschungen rund um den Orientierungssinn des Menschen bzw. die Entdeckung von dessen neurophysiologischen Grundlagen.

John O'Keefe (links) und May-Britt (rechts) und Edvard I. Moser haben das "innere GPS"-System im Gehirn von Tier und Mensch bzw. seine neurophysiologischen Komponenten, beteiligte spezialisierte Zellen und dessen Funktionsabläufe entschlüsselt, teilte das Nobelpreiskomitee mit.

"GPS-System" des Gehirns erforscht
Bereits 1971 hatte O'Keefe den ersten Teil dieses GPS-Systems, des Orientierungssinnes von Mensch und Tier, entdeckt. Er identifizierte "Platz-Zellen" ("Place Cells") der Hippocampus-Gehirnregion, die bei Ratten immer dann aktiviert waren, wenn sich die Nager in einem bestimmten Teil eines Raumes in einer Versuchsanordnung befanden. O'Keefe schloss daraus, dass diese Zellen eine Art "Landkarte" bilden würden.

2005 entdeckte das norwegische Forscher-Ehepaar Moser einen anderen Zelltypus im Gehirn. Es handelt sich dabei um "Koordinaten-Zellen" ("Grid-Cells"), die eine Art Koordinatensystem darstellen und die räumliche Orientierung und das Finden eines Weges, der bereits begangen worden ist, ermöglichen.

"Die Entdeckungen von John O'Keefe, May-Britt Moser und Edvard Moser haben ein Problem gelöst, das Philosophen und Wissenschaftler seit Jahrhunderten beschäftigt hat: Wie produziert das Gehirn eine Landkarte des Raumes, der uns umgibt, und wie navigieren wir in einer komplexen Umwelt?", schrieb des Nobelpreiskomitee.

Preis wird seit 1901 verliehen
Der Medizin-Nobelpreis wird seit 1901 verliehen und ist wie im vergangenen Jahr mit acht Millionen Schwedischen Kronen (870.000 Euro) dotiert. Die erste Auszeichnung ging an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung der Serumtherapie gegen Diphtherie. Oft erfolgte in den vergangenen Jahrzehnten die Auszeichnung von wissenschaftlichen Arbeiten erst Jahrzehnte nach der Publikation der Ergebnisse.

Überreicht werden die Nobelpreise traditionell am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel (1833 bis 1896).

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