Do, 24. Mai 2018

Mehrheit verfehlt

06.10.2014 06:22

Brasiliens Präsidentin Rousseff muss in Stichwahl

Brasilien steuert nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl auf einen Stichentscheid zu. Staatschefin Dilma Rousseff von der links-zentristischen Arbeiterpartei PT hat laut Wahlbehörde am Sonntag die für einen Erstrundensieg notwendige absolute Mehrheit verpasst. Sie trifft nun in drei Wochen auf ihren Herausforderer Aecio Neves von der mitte-rechts stehenden Sozialdemokratischen Partei.

Nach Auszählung von über 98 Prozent der Stimmen sicherte sich Rousseff am Sonntag mit 41,4 Prozent zwar den ersten Platz. Der eigentliche Gewinner des Wahlsonntags war aber Neves. Der frühere Gouverneur und Senator kam auf überraschend starke 33,8 Prozent. Beide treten am 26. Oktober in der Stichwahl gegeneinander an.

Als Verliererin ging die ehemalige Umweltministerin Marina Silva aus der Wahl hervor, die zwar auf 21,3 Prozent der Stimmen erzielte, ihr Ziel, in die Stichwahl zu kommen, aber klar verfehlte. Dem 54-jährigen Neves von den Sozialdemokraten war es erst in den vergangenen Tagen gelungen, Silva in den Umfragen zu überholen. Vor seiner Aufholjagd lag er wochenlang auf Platz drei. Er hatte sich als strikter Gegner der Regierung und der Arbeiterpartei von Rousseff und deren Amtsvorgänger Luiz Inacio Lula da Silva präsentiert.

Rousseff strebt zweite Amtszeit an
Die seit 1. Jänner 2011 regierende Rousseff strebt am 26. Oktober eine zweite vierjährige Amtszeit an. Sollte sie als Siegerin aus der Stichwahl hervorgehen, wäre ihre Arbeiterpartei am Ende ihres zweiten Mandats im Jahr 2018 rund 16 Jahre an der Macht. Ihr Mentor und Parteigenosse Lula da Silva hatte von 2003 bis 2010 regiert.

Rousseffs Herausforderer Neves ist der Enkel des ersten gewählten Präsidenten Brasiliens nach der Militärdiktatur, Tancredo Neves, der aber 1985 kurz vor Amtsantritt starb. Aecio Neves ist vor allem durch seine Amtszeit als Gouverneur des wirtschaftsstarken Bundesstaates Minas Gerais bekannt, wo er von 2003 bis März 2010 regierte und mit Zustimmungswerten von über 90 Prozent aus dem Amt schied.

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