Mo, 18. Dezember 2017

Hatte nicht geblinkt

04.10.2014 10:06

Mann (27) sah rot und schlug Busfahrer spitalsreif

Weil ein Linienbus aus einer Haltestelle in Linz angeblich ohne Blinkzeichen vor ihm rausfuhr, sah ein Autolenker (27) rot: Er verfolgte das Schwerfahrzeug bis zum nächsten Halt, schlug dort mit Fäusten auf den Kraftfahrer ein und verletzte ihn schwer. Dann flüchtete der Amokläufer, konnte wenig später aber gefasst werden.

Mit einer blutenden Nase musste der 47-jährige Linzer Kraftfahrer am Donnerstagabend von der Rettung ins Krankenhaus gebracht werden. Er war zuvor mit seinem Linienbus im Bereich des Schörgenhubbades aus der Haltestellenbucht gefahren. "Aber ohne zu blinken", gab ein anderer Autolenker später an.

Tobender brach Berufschauffeur das Nasenbein
Das brachte den 27-jährigen Autolenker derart in Rage, dass er mit einem Freund als Beifahrer die Verfolgung des Busses aufnahm - bis zur Umkehrschleife Auwiesen am Wüstenrotplatz, wo der Streit schließlich eskalierte und blutig endete: Der Autolenker schlug mit den Fäusten auf den Busfahrer ein und brach ihm dabei das Nasenbein. Mehrere Passanten, die das mit ansahen, liefen herbei, um dem Opfer zu helfen.

Da ergriff der Tobende die Flucht und raste mit seinem Wagen davon. In der Zwischenzeit wurde der Verletzte vom Roten Kreuz ins Krankenhaus gebracht. Auch der Schläger konnte rasch gefasst werden, da sich Augenzeugen das Kennzeichen seines Autos notiert hatten. Den Wagen fand die Polizei schließlich in einer Tiefgarage. Der 27-Jährige war bei der Einvernahme geständig und wird bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Verkehrsjuristin: Hier gilt das "Rücksichtsfahrgebot"
Laut Straßenverkehrsordnung sind die Rechte von Linienbusfahrern klar geregelt, klärt ÖAMTC-Expertin Corinna Hotz auf: "Autobussen im Linienverkehr ist in einem Ortsgebiet von anderen Verkehrsteilnehmern das ungehinderte Abfahren von den Haltestellen zu ermöglichen." Natürlich muss der Lenker des öffentlichen Verkehrsmittels dabei auch blinken. "Die Lenker der Busse müssen ihre Absicht auch anzeigen, das heißt, sie müssen blinken, dass sie aus den Haltestellen hinausfahren wollen", so die Verkehrsexpertin.

Zudem müsse sichergestellt sein, dass beim Ausfahren aus der Station keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet werden. "Es handelt sich hier um ein Rücksichtsfahrgebot. Wie schon der Name sagt, sollten beide Verkehrsteilnehmer gegenseitig Rücksicht nehmen und 'situationsbedingt' reagieren", erklärt Hotz.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden