Di, 24. Oktober 2017

Operation "Fox"

03.10.2014 13:37

Zwei Schlepper bei Schwerpunktkontrolle geschnappt

Bei der Operation "Fox" - eine von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner angekündigte "Aktion scharf" im Zuge der Debatte um die Wiederaufnahme von Grenzkontrollen - sind am Donnerstag im Nordburgenland zwei Schlepper und eine sechsköpfige Familie aufgegriffen worden. Zudem wurden 600 Personen- und Fahrzeugfahndungsanfragen durchgeführt.

Der Zugriff erfolgte auf einem Autobahnparkplatz auf der Ostautobahn (A4) in der Nähe von Zurndorf. Sowohl die Schlepper im Alter von 28 und 53 Jahren sowie die Geschleppten, die in einem Kombi unterwegs waren, sind Kosovaren. Unter den Opfern befanden sich auch drei Kinder im Alter von zwei, drei und sechs Jahren, sagte Oberst Helmut Marban. Zudem bestand gegen einen aufgehaltenen Ungarn ein Aufenthaltsverbot. Eine weitere Person war vom Gericht gesucht worden.

Kontrollen auch in Klingenbach und Nickelsdorf
Auch am Grenzübergang Klingenbach sowie in Nickelsdorf wurden stichprobenartig aus Ungarn kommende Fahrzeuge, insbesondere Lkws und Kastenwägen, kontrolliert. Für diese Arbeit brauche man "ein gewisses Gespür", so Gerald Tatzgern, Leiter der Zentralstelle. Schlepper finden sich "vom kleinen, ungarischen Taxifahrer bis hin zum großen Netzwerk". Aufgrund der Wirtschaftskrise sei auch insbesondere die unterste Einkommensschicht in Ungarn empfänglich für Schlepperdienste.

Rund 50 Beamte, darunter Uniformierte mit Diensthunden sowie Zivilstreifen waren am Donnerstag ab 17 Uhr im Einsatz, dazu kamen noch mehrere Teams der Zentralstelle Menschenhandel im Bundeskriminalamt. Auch mit Europol wurde zusammengearbeitet. Neben Schlepperei lag das Augenmerk auch auf Dämmerungseinbrüchen. Gegen Mitternacht wurde die Schwerpunktaktion im Burgenland schließlich beendet.

Österreich auch weiterhin kein Zielland für Geschleppte
Die Operation Fox "richtet sich nicht gegen schutzsuchende Menschen", betonte der Sprecher des Innenministeriums, Karl-Heinz Grundböck, sondern gegen jene, die mit Menschenschmuggel Geld verdienen würden. "Derzeit haben wir sehr viele Flüchtlinge aus Syrien, aber auch Personen aus Eritrea, Somalia, dem Irak und Afghanistan, die gegen viel Geld geschleppt werden", sagte Tatzgern.

Syrer sind zudem ein anderes Flüchtlingsklientel, sie dürften über mehr Geld verfügen, erklärte der Experte, der die Kosten einer Schleppung bis ins Zielland mit 5.000 bis 15.000 Euro bezifferte. Österreich ist allerdings weiterhin kein Zielland, sondern "Schweden, Norwegen und auch Deutschland". Aktuell werden laut Tatzgern "vorwiegend Familien geschleppt und diese oft getrennt, damit der Schlepperlohn ja sicher gezahlt wird". Neben den sichtbaren Kontrollen gab es auch verdeckte Maßnahmen, "um weitere Ermittlungsansätze zu gewinnen".

Mikl-Leitner: "Schwerpunktkontrollen als effektive Strategie"
Generelle Grenzkontrollen sind für Mikl-Leitner "sicher kein Szenario der kommenden Wochen", allerdings wird diese Möglichkeit "nicht von vornherein ausgeschlossen". Denn ein solches Szenario müsse "genau vorbereitet und geplant werden". Als effektivere Strategie bezeichnete die Ministerin die "unangekündigten, unberechenbaren Schwerpunktkontrollen im grenznahen Raum". Denn darauf können sich "die Kriminellen nur schwer einstellen". Diese Kontrollen sollen langfristig stattfinden, im Fokus stehen neben Hot-Spot-Routen auch Nebenstraßen und die Grüne Grenze.

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