Mo, 20. November 2017

Vertragsrücktritt?

01.10.2014 16:00

Milliardenteure Eurofighter sind nur noch Schrott

Mit der Warnung deutscher Militärs vor Mängeln am Eurofighter fliegt der nächste Abfangjäger-Skandal in Österreich auf: Auch die zwei Milliarden Euro teuren Jets in Zeltweg sind schadhaft - aber das wurde zwei Monate geheim gehalten. Nun lässt der Verteidigungsminister Juristen einen Vertragsrücktritt prüfen.

Experten der deutschen Bundeswehr haben nun - spiegel.de und krone.at berichteten - die gravierenden Mängel bei den Eurofightern entdeckt: "Bohrungen am Rumpfhinterteil des Luftfahrzeuges", so ist in einem Brief des deutschen Staatssekretärs Ralf Brauksiepe nachzulesen, führen im schlimmsten Fall zur Ablösung von Bauteilen und dem Verlust der Stabilität des Rumpfes...

"Causa Schrott-Jet" blieb geheim
Diese Neuigkeit aus Berlin alarmierte auch die Heeresführung in der Rossauerkaserne in Wien: Denn auch an Österreichs 15 Eurofightern finden sich die Mängel. Minister Gerald Klug bestätigte, dass er jetzt die Chancen auf einen Vertragsrücktritt prüfen lässt. Allerdings: Die Info vom Rüstungskonzern British Aerospace Systems (BAE) - eine "Special technical order" - ist bereits im August beim Bundesheer eingetroffen, sie wurde aber nie an den Minister weitergeleitet.

Die "Causa Schrott-Jet" blieb somit geheim, bis Peter Pilz (Grüne) den Minister am Mittwochvormittag mit dem Fall konfrontiert hat - und Klug in seinem Ministerium nachforschen ließ. Peter Pilz: "Verrückt: Die Rechtsabteilung des Ministeriums hätte schon vor zwei Monaten handeln müssen."

Lebensdauer der Jets jetzt deutlich reduziert
Die Republik hätte nun tatsächlich erstmals eine (wenn auch kleine) Chance auf eine Vertragsauflösung mit der Rüstungsfirma BAE. "Wenn der Eurofighter nicht in der Lage ist, die vertraglich festgelegte Leistung zu erbringen, könnte Österreich vom Vertrag zurücktreten. Immerhin wurde die maximale Anzahl der Flugstunden von 6.000 auf 2.000 um zwei Drittel reduziert", rät ein Top-Jurist zu rechtlichen Schritten.

Die Sache sei jedoch "sehr, sehr heikel", hörte die "Krone" von einem Heeres-Insider: "Vor Schnellschüssen muss gewarnt werden. Aber klar ist: Wir alle wollen diese Flugzeuge loswerden."

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