Sa, 18. November 2017

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30.09.2014 17:31

NÖ: Wirbel um „seltsame Vorlieben“ eines Pfarrers

Die Plattform "Betroffene Kirchlicher Gewalt" erhebt Vorwürfe gegen einen niederösterreichischen Pfarrer. Der Geistliche soll auf einem - mittlerweile gelöschten - Twitter-Account seine "privaten Neigungen" kundgetan haben. Er habe "seltsame Vorlieben". Der Diözese St. Pölten sind die Anschuldigungen bekannt.

"Betroffene Kirchlicher Gewalt" teilte am Dienstag mit, dass die Neigungen des Pfarrers, eines Göttweiger Benediktiners, "bedenklich" seien, gehe es bei den krassesten Tweets doch um "Stricherdienste". Ein besorgter Vater aus der betroffenen Gemeinde habe sich an die Plattform gewandt, die laut Sepp Rothwangl "jedenfalls den Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses" vermutet.

"Für Religionslehrer inakzeptabel"
Es sei "unfassbar, dass die Kirche ganz offensichtlich keinerlei Sorgfalt bei der Auswahl jener Geistlichen, die mit Kindern arbeiten, walten lässt." Der Staat wiederum dürfe nicht länger akzeptieren, dass die Kirche in den Schulen derart veranlagte Religionslehrer zulässt. "Allein schon die im Twitter-Account zelebrierte Verherrlichung der Trinkgelage ("knackevoll durch die Nacht") am Oktoberfest ist für einen Religionslehrer inakzeptabel", bekräftigte Rothwangl. Diözesanbischof Klaus Küng sei informiert worden. "Bis jetzt wurden jedoch keine nennenswerten Maßnahmen getroffen", so die Plattform.

Diözese mit Vorwürfen vertraut
"Wir kennen die Vorwürfe", bestätigte Markus Riccabona, Sprecher der Diözese St. Pölten. Der Priester sei aber "weder in der Jugendarbeit noch als Religionslehrer tätig", so Riccabona. Der Ordensobere sei informiert, in Einverständnis mit diesem sei unverzüglich das Gespräch mit dem Priester gesucht worden. Die Diözese bedanke sich für die Hinweise und behalte sich in Absprache mit dem Abt von Göttweig weitere Schritte vor.

Stift Göttweig distanziert sich
Das Stift Göttweig distanzierte sich indes von den umstrittenen Nachrichten seiners Mitbrüders. "Die Stiftsleitung wurde von der Diözese St.Pölten über den Twitter-Account eines Mitbruder informiert. Von den über diesen Account veröffentlichten Tweets distanzieren wir uns vollinhaltlich", hieß es. Ob dies auch einem Eingeständnis der Existenz der vermeintlich verfänglichen Tweets gleichkommt, ist unklar. Gegenwärtig würden mit dem Betroffenen "klärende Gespräche zum Sachverhalt geführt." Weitere Schritte würden in Absprache mit der Diözese gesetzt.

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