Sa, 24. Februar 2018

Studie zeigt:

30.09.2014 10:09

Netflix hat nur 16 Prozent der beliebtesten Filme

Der Markteintritt des Streamingdienstes Netflix in Österreich hat frischen Wind ins Geschäft mit Online-Videos gebracht. Wer allerdings mit der Erwartung an den neuen Dienst herangetreten ist, all seine Lieblingsserien und -filme ansehen zu können, der könnte vom Angebot enttäuscht werden. Netflix hat zwar vieles, aber beileibe nicht alles. Das bestätigt jetzt auch eine neue Studie aus den USA. Sie zeigt: Nur 16 Prozent der beliebtesten Filme sind abrufbar.

Die Studie wurde von der Marktforschungsfirma KPMG im Auftrag der Interessensvertretung der US-Filmindustrie MPAA durchgeführt und im Netz veröffentlicht. In der Studie wurde die Verfügbarkeit von insgesamt 808 verschiedenen Filmen bei 34 großen US-Streaminganbietern überprüft. Mit dem Ergebnis, dass 94 Prozent der Filme bei zumindest einem der Dienste abrufbar waren.

Wie das IT-Nachrichtenportal "Torrentfreak" berichtet, ist dabei allerdings eine erhebliche Streuung zu beobachten. Konkret waren nur 16 Prozent der überprüften Filme beim Streaming-Platzhirschen Netflix und anderen Abo-Anbietern verfügbar. Das bedeutet, 84 Prozent der beliebtesten Filme sind über Netflix und andere Abo-Dienste nicht abrufbar.

Wer alles will, braucht mehrere Anbieter
Die Studie zeigt: Wer Zugriff auf wirklich viele Filme und Serien will, kommt nicht umhin, mehrere Streamingdienste zu nutzen – oder zumindest gelegentlich auf illegale Angebote auszuweichen. Während Streaming-Dienste mit Abo-Modell im Musikbereich, etwa Google Music oder Spotify, in puncto Angebot schon recht gut aufgestellt sind, haben Videodienste noch Nachholbedarf.

Schwächen ortet die Studie auch bei der Aktualität des angebotenen Materials. Während alle 2012 erschienenen Filme in der geprüften Liste bei einem der getesteten Online-Anbieter verfügbar waren, konnten von den Top-Filmen 2013 nur etwas mehr als drei Viertel von einem Online-Anbieter abgerufen werden.

Die Ergebnisse der KPMG-Studie beziehen sich auf den US-Heimatmarkt von Netflix. Dort ist der als Online-Videothek mit DVD-Postversand gestartete Streamingdienst ausgesprochen beliebt und zu Stoßzeiten für rund ein Drittel des gesamten US-Internetverkehrs verantwortlich. In Europa dürfte die Content-Situation jedoch ähnlich, womöglich auch noch etwas trister sein.

Content-Angebot auch in Europa lückenhaft
Diese Vermutung drängt sich auch nach ersten krone.at-Testbesuchen beim neuen Streamingdienst auf. Das hauseigene Serien-Aushängeschild "House of Cards" bietet der Dienst beispielsweise zwar an, für die neueste Staffel hat die Ausstrahlungsrechte allerdings der Pay-TV-Anbieter Sky, der Netflix mit dem Angebot Snap Konkurrenz macht.

Ältere Serien wie "Knight Rider", "MacGyver" oder beliebige "Star Trek"-Serien fehlen, dafür stehen recht viele aktuelle Serienproduktionen wie "Breaking Bad", "Elementary" oder "The Big Bang Theory" zur Verfügung. Der Fantasy-Serienblockbuster "Game of Thrones" fehlt wiederum. Cartoon-Fans freuen sich über "Family Guy", wundern sich aber über die Abwesenheit der "Simpsons". Und wer gezielt nach einem Film sucht, sollte ebenfalls keine Wunder von Netflix erwarten.

Rundum-Sorglos-Videothek im Netz bleibt Zukunftsmusik
Eine umfassende Rundum-Sorglos-Videothek im Netz, in der jeder Film und jede Serie der Gegenwart und Vergangenheit zu finden ist, steht in Österreich also auch nach dem Netflix-Start nicht zur Verfügung. Ein erschwingliches Streaming-Angebot, das viele hochwertige Produktionen anbietet und durch einen recht bunten Content-Mix für die meisten Vorlieben etwas zu bieten haben sollte, ist Netflix aber gelungen. Ähnliches bietet freilich die Konkurrenz – etwa Maxdome oder Sky Snap – ebenfalls.

Einen Unterschied zur Konkurrenz gibt es bei Netflix dann aber doch: Der US-Dienst setzt auch in erheblichem Ausmaß auf Eigenproduktionen, statt nur Content zuzukaufen. Als Beispiele seien an dieser Stelle die Serien "House of Cards" und "Orange is the new Black" genannt. In Zukunft will Netflix auch vermehrt mit Film-Exklusivdeals punkten. So wurde während der Arbeiten an diesem Artikel bekannt, dass sich Netflix die Erstausstrahlungsrechte für die Fortsetzung des Kung-Fu-Streifens "Tiger and Dragon" gesichert hat - und zwar nicht erst nach dem Kinostart, sondern parallel dazu.

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