Mo, 21. Mai 2018

Wohn-Umfrage

30.09.2014 13:32

So wichtig ist uns "Tür zu - und Ruhe!"

Es gibt einige Bauteile und Einrichtungsgegenstände in Haus oder Wohnung, die das Wohnen erst zum Wohnen machen. Trotzdem nehmen wir sie im häuslichen Alltag meist gar nicht bewusst wahr, sie sind ebenso selbstverständlich wie ihr (häufiger) Gebrauch. Das beste Beispiel dafür sind Türen.

Sie sind offen oder geschlossen, manchmal werden sie leise zugezogen, manchmal aber auch ganz schön heftig zugeknallt, manche versperren sie gerne, manche lassen sie offen – Türen trennen nicht nur verschiedene Lebens- und Funktionszonen innerhalb des Wohnbereiches, sondern sie sind auch wertvollste Helfer für Rückzug und ungestörte Privatsphäre.

Im Rahmen einer repräsentativen Umfrage, durchgeführt von Marketagent.com, wurden jetzt insgesamt 1.010 Österreicher zwischen 14 und 69 Jahren zum Thema "Wohnen der Zukunft und Türen" befragt (Auftraggeber: Dana).

Nicht ohne meine Türen
Trendforscher und Philosophen beschreiben die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung gerne unter dem Begriff "Hippe Spießer". Gemeint ist damit, dass sich die junge Mittelklasse auf die Wiederbelebung alter Werte besinnt. Es wird selbst gestrickt und eingekocht, Freunde werden nach Hause eingeladen, und diesem Zuhause kommt daher ein ganz besonders hoher Stellenwert zu. Es ist wertvoller Rückzugsort, an dem man sich rundum wohl, sicher und ungestört fühlen will.

Dementsprechend wird auch in das eigene Heim investiert. "Es wird großer Wert auf Wohnkomfort und Behaglichkeit gelegt, das eigene Heim gewinnt an Stellenwert, in das auch investiert wird, und ein ganz wichtiger Faktor: Es wird zur Ruhezone. Man will wieder die Tür hinter sich zumachen können und abschalten", unterstreicht Georg Himmelstoß, Geschäftsführer von Jeld-Wen Türen diesen bereits seit einigen Jahren wohl wichtigsten Wohntrend.

Geht gar nicht: Wohnen ohne Türen
Mal abgesehen von der Eingangstür: Wie wichtig sind denn Türen heute überhaupt noch, wo doch viele Designer und Einrichtungs-Experten auf möglichst offenes Wohnen setzen – also am besten trendige loftartige Räume als Wohn-, Schlaf- Ess- und Arbeitsbereich in einem?

Auch dieser Frage ging die Umfrage nach. Das Ergebnis: Offene Wohnformen bedingt ja, aber mit klaren Grenzen. So bezeichneten sich in der Umfrage immerhin 42,6 Prozent der befragten Personen als "offene Wohntypen" (offene Küche, ineinander übergehende Räume, keine/wenig Türen) - aber: "Ein Badezimmer im Schlafzimmer, also die Verschmelzung dieser beiden Räume, hätten nur 17,4 Prozent gerne bei sich zu Hause", so Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com.

Fazit: Bei aller Offenheit – die Mehrheit der Österreicher setzt auf traditionelles Wohnen und auch auf - je nach Wunsch - abgrenzbare Wohnzonen.

Unter jenen Räumen, die ohne Tür nicht denkbar wären, rangieren unter den Befragten das WC (91,9 Prozent), das Badezimmer (85,3 Prozent) und das Schlafzimmer (75,4 Prozent) auf den Top-Plätzen, dahinter folgen das Gästezimmer (60,9 Prozent), das Kinderzimmer (57,3 Prozent) und der Abstellraum (57,2 Prozent).

Nur zwei Prozent der Österreicher können sich vorstellen, in einem Haus ganz ohne (Innen-)Türen zu leben.

Türgewohnheiten der Österreicher
Eindeutig nachvollziehbar ist, dass das WC jener Ort ist, an dem die meisten die Tür hinter sich schließen, beim Schlafen tut es etwa die Hälfte der Befragten - WC, Badezimmer und Schlafzimmer sind jedenfalls klare Sieger in Sachen "Tür zu".

Ebenfalls nicht verwunderlich, dass die Umfrage ergab, dass bei fast allen Tätigkeiten die Türen umso eher geschlossen werden, je mehr Personen im Haushalt leben. "Personen mit Kindern unter 14 Jahren schließen bei einigen Tätigkeiten eher die Tür als jene, in deren Haushalt keine Kinder unter 14 Jahren leben", so Schwabl.

Einige Beispiele: Tür zu beim Duschen (74,7 Prozent mit Kindern, 62,9 Prozent ohne Kinder), zum Schlafen bzw. wenn jemand anderer schläft (70,1 Prozent mit Kindern, 59,4 Prozent ohne Kinder) und bei der Körperpflege (48,6 Prozent mit Kinder, 39,9 Prozent ohne Kinder).

Apropos Schlafen: 48,4 Prozent der Befragten schlafen gewöhnlich bei geschlossener Tür und 3,9 Prozent sperrt diese zusätzlich noch zu. Die andere Hälfte der Befragten schläft bei angelehnter, spaltbreit offener bzw. ganz offener Tür (25 Prozent). Nur zwei Prozent der Befragten geben an, in einem Raum ohne Türen zu schlafen.

Rückzugszonen und Ruheorte mit Türen
Auch der Frage nach der idealen Tür ging die Umfrage auf den Grund. Des Österreichers liebste Türe ist aus Holz, als normale Tür oder Schiebetüre ausgestaltet und lässt sich leise schließen.

Knapp drei von fünf Befragten stimmen voll und ganz der Aussage zu, dass Türen Privatsphäre bieten, und rund die Hälfte findet, dass diese Rückzugszonen sichern. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Frauen diese beiden Aussagen häufiger als zutreffend bezeichnen als Männer - und auch, dass die Zustimmung umso größer ist, je jünger die Befragten sind.

"Zusammenfassend kann man sagen, dass die Österreicher durchaus traditionell leben, auch wenn sie meinen, dass sie modern wohnen, dass sie gerne die Türen hinter sich verschließen. Das geht ein wenig in Richtung einer neuen Art von 'Cocooning'. Vor allem aber wollen die Österreicher die Türe zumachen können, um ihre Ruhe zu haben", so Schwabl zu den Türvorlieben der Österreicher.

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