So, 27. Mai 2018

Trauriger Rekord

29.09.2014 16:31

Mittelmeer: Heuer bereits 3.000 tote Flüchtlinge

Flucht in den Tod: Im Mittelmeer sind heuer bereits mehr als 3.000 Flüchtlinge beim Versuch gestorben, mittels Booten nach Europa zu gelangen. Wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Montag mitteilte, wurde mit 3.072 Todesopfern seit Jahresbeginn der bisherige Höchststand von 2011 deutlich übertroffen. Demnach trieb besonders der Bürgerkrieg in Syrien die Flüchtlingszahlen in die Höhe.

Die IOM verweist in ihrem 216 Seiten starken Bericht darauf, dass von den weltweit 4.077 Todesopfern unter den Migranten mehr als 75 Prozent auf die Mittelmeer-Region entfielen. In diesem Gebiet seien seit dem Jahr 2000 bereits rund 22.000 Einwanderer gestorben und damit mehr als die Hälfte der weltweit 40.000 Todesopfer weltweit, erklärte die in Genf ansässige Organisation.

Seit Arabischem Frühling haben sich Zahlen verdoppelt
Die Flüchtlingszahlen im Mittelmeer hatten während des Arabischen Frühlings 2011 zuletzt einen Höhepunkt erreicht. Doch liegt die Zahl der Opfer in den ersten neun Monaten dieses Jahres mit 3.072 mehr als doppelt so hoch wie 2011, als die IOM im selben Zeitraum 1.500 Tote registrierte. Laut dem Bericht registrierten die italienischen Behörden in den ersten acht Monaten des Jahres mehr als 112.000 Einwanderer - fast drei Mal so viel wie im gesamten Jahr 2013.

Die IOM warnt, die tatsächlichen Zahlen könnten mehr als doppelt so hoch liegen, da viele Opfer in den Statistiken nicht erfasst würden. "Es ist Zeit, mehr zu tun, als Opfer zu zählen", erklärte der IOM-Chef William Lacy Swing. "Es ist Zeit, dass sich die Welt engagiert, die Gewalt gegen verzweifelte Einwanderer zu stoppen." Jeder siebente Erdbewohner sei Migrant, sagte Swing und kritisierte den harten Umgang mit Einwanderern in den Industriestaaten.

Vorwiegend Syrer und Eritreer auf der Flucht
Laut der IOM sind die beiden größten Einwanderergruppen dieses Jahr in Italien Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien und Eritrea. Ein Großteil der Migranten startet von der Küste Libyens, wo infolge des Bürgerkriegs der Grenzschutz weitgehend zusammengebrochen ist. Viele werden von Schmugglern in kaum seetaugliche Boote gesetzt, die vielfach auf der Überfahrt kentern.

Vor einem Jahr war die europäische Öffentlichkeit von zwei Schiffsunglücken vor der italienischen Insel Lampedusa aufgeschreckt worden, bei denen mehr als 400 Migranten starben. Erst vor wenigen Wochen sank vor Libyen ein Schiff mit rund 500 Migranten. Die elf Überlebenden berichteten, die Schmuggler hätten ihr Schiff absichtlich versenkt. Es war eines der schwersten bekannten Unglücke von Flüchtlingsbooten.

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