So, 19. November 2017

„Dreckschwein“

29.09.2014 13:00

Arzt gestalkt und bedroht: Salzburger verurteilt

Ein sehbeeinträchtigter Salzburger hat 2013 einem Augenarzt die Schuld für seinen Führerscheinentzug gegeben und ihn per Handy beharrlich verfolgt und bedroht. "Sie werden wie ein Dreckschwein abgeschlachtet", stand etwa in einer Kurznachricht an den Mediziner. Der 44-jährige, nicht geständige Angeklagte wurde am Montag in Salzburg verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Bei dem Stalking-Opfer handelt es sich um einen Arzt einer Salzburger Klinik. Er erhielt von Februar bis Herbst 2013 mehrere SMS mit beängstigendem Inhalt: "Du Judensau, du Betrüger, dein Leben ist bald zu Ende", "jetzt ist es so weit, meine Leute haben den Plan, Sie und Ihre Familie zu vernichten" sowie "tick tick bumm", war da etwa zu lesen. Laut Anklage verwies der Absender dabei auf den Bombenleger Franz Fuchs.

Der Angeklagte fühlte sich von den Ärzten eigenen Angaben zufolge ungerecht behandelt. Er leidet an einer Sehbehinderung, er soll auf einem Auge fast blind sein. Sein Berufswunsch, Taxifahrer zu werden, hat sich trotz bestandener Führerscheinprüfung bisher nicht erfüllt: Eine Taxibewilligung erhielt er nicht.

Diebstähle gestanden
Im Jahr 2011 lief gegen ihn ein Führerscheinentzugsverfahren, in dem der Augenarzt eine negative Stellungnahme abgegeben habe, erklärte der Beschuldigte. Bald darauf sei ihm der Führerschein entzogen worden, sagte der 44-Jährige. Die kleineren Diebstähle gestand der Angeklagte aber ein, er rechtfertigte diese mit seiner Kleptomanie.

Der Salzburger erhielt wegen gefährlicher Drohung und Diebstahls eine teilbedingte Freiheitsstrafe von zwölf Monaten. Vier Monate davon muss er im Gefängnis absitzen. Das Urteil von Strafrichter Philipp Grosser ist nicht rechtskräftig, weil der Beschuldigte Berufung angemeldet hat.

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