Fr, 24. November 2017

„Helft uns“

28.09.2014 11:53

Helikopter während Feuerwehr-Übung abgestürzt

Ein Ultraleicht-Hubschrauber ist am Samstagnachmittag in Oberösterreich während einer Feuerwehrübung abgestürzt. Auf der Suche nach vermissten Volksschulkindern in einem Maisfeld - so lautete das Übungsszenario - hatte das Fluggerät mehrere Bäume gestreift. Der 62-jährige Pilot und sein Copilot wurden verletzt. "Ich dachte, das gehört alles dazu", erzählte eine geschockte Augenzeugin am Sonntag.

Am Schluss der Übung, die in Bruck-Waasen (Bezirk Grieskirchen) abgehalten wurde, wollte man noch einmal am rund drei Meter hohen Maisfeld die Wärmebildkamera ausprobieren. Drei bis vier Mal flog der Helikopter daher über das Feld auf der Suche nach drei Jungfeuerwehrmännern, die die vermissten Volksschulkinder darstellten.

"Helft uns, wir sind abgestürzt"
Um 14.40 Uhr streifte die Maschine mit den Rotorblättern plötzlich mehrere Fichten und fiel dann senkrecht zu Boden. "Wir haben uns dann schon gewundert, warum er nicht mehr zurückgekommen ist", so die Übungs-Opfer, die aber weder in Sicht- noch in Hörweite des Unglück warteten. "Helft uns, wir sind abgestürzt, helft uns", klang es nach dem Unfall aufgeregt aus dem Feuerwehrfunk, erzählte Einsatzkommandant Siegfried Benezeder.

Augenzeugin beobachtet Flugunfall
"Das Krachen der Bäume und der Rotorblätter höre ich jetzt noch", schilderte die Augenzeugin die bangen Momente. Auf ihrem Balkon stehend sah sie direkt zu, wie der Hubschrauber in den Wald stürzte: "Zuerst ist er noch schön verschiedene Positionen geflogen und plötzlich hat es getuscht." Dabei dachte sie zuerst noch an nichts Schlimmes. "Das ist so echt, ein Wahnsinn", meinte sie, ein ferngesteuertes Objekt abstürzen zu sehen. Als dann allerdings die Feuerwehren mit Blaulicht heranrasten, wurde der Ernst der Lage klar.

Copilot half bei Bergung
Innerhalb von vier Minuten war Hilfe vor Ort. Der nur leicht verletzte Copilot, ein 41-jähriger Feuerwehrmann aus Bruck-Waasen, und ein weiterer Feuerwehrkamerad bargen den Piloten (62) aus Kirchheim aus dem Wrack. "Er hat über starke Schulterschmerzen geklagt", so Benezeder. Auslaufendes Benzin wurde sofort gebunden, um die Feuer- und Umweltgefahr zu bannen. Die Rettung brachte die Verletzten anschließend ins Krankenhaus.

Helikopter beschlagnahmt
Das Fluggerät wurde noch am selben Tag abtransportiert und gesperrt gelagert. Alle Einsatzbilder der Feuerwehr wurden von der Staatsanwaltschaft Wels für die Ermittlungen beschlagnahmt. Am Montag soll eine erste Untersuchung des Hubschraubers vorgenommen werden.

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