Sa, 18. November 2017

„Epochaler Fund“

27.09.2014 14:14

Verschollene Mozart-Sonate in Bibliothek entdeckt

Die Musikwelt jubiliert - denn bei der Sichtung alter Papiere tauchten in der Budapester Nationalbibliothek völlig unverhofft Originalhandschriften unseres Meisterkomponisten Wolfang Amadeus Mozart auf: Vier seit 200 Jahren als verschollen gegoltene Kompositionsblätter der Sonate Nr. 11 in A-Dur fanden sich in einer dunklen Ecke inmitten eines Stapels alter Noten. "Nachdem ich realisiert hatte, dass ich Mozart-Papiere aus dem Jahr 1783 in der Hand hielt, begann mein Herz zu hämmern", beschreibt der Entdecker Balasz Mikusi seine Riesenfreude.

Denn ebenso wie die "Kleine Nachtmusik" oder der "Türkische Marsch" gehört die A-Dur-Sonate (Köchelverzeichnis 331) zu den bekanntesten Melodien des Salzburger Musikgenies. Hintergrund des Sensationsfundes: Die sorgsame archivarische Arbeit des Ungarn. Schon seit fünf Jahren durchstöbert der Autograph-Experte die dunkelsten Ecken der Szechenyi-Bibliothek und stieß so völlig unerwartet auf die Komposition, die der "große Wolferl" mit 27 Jahren verfasst hatte.

Weg der Handschriften bleibt wohl ein Kulturkrimi
Schließlich war Mozart, der ein Jahr zuvor seine Constanze geheiratet hatte, selbst nie in Ungarn. Wie die Unterlagen nach Budapest gekommen sind, wird wohl ein Kriminalrätsel der Kulturwelt bleiben. Fest steht, dass die Originalblätter kleine, nur fürs geübte Ohr hörbare Modifikationen mancher Noten und Tempi beinhalten. Bei der Präsentation des wiedergefundenen Kulturschatzes spielte Ungarns Starpianist Zoltan Kocsis die Sonate bereits mit den historischen Modifikationen.

Mozart-Experte: "Musikhistorisch epochaler Fund"
"Das ist eindeutig Mozarts Handschrift. Auch das Papier ist charakteristisch", bestätigte Österreichs Mozart-Kenner Nr. 1., Ulrich Leisinger, die Authentizität des Fundes. Der Wissenschaftler war sofort nach Budapest gereist, um den "musikhistorisch epochalen Fund" zu begutachten. Am 5. Oktober werden die vier vergilbten Blätter in der Salzburger Stiftung Mozarteum zu sehen sein. Auf Dauer bleiben die Papiere dann allerdings in Ungarn.

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