Fr, 24. November 2017

Recycling

24.09.2014 14:04

Österreicher sammelten 2013 9 Kilo Elektroschrott

Durchschnittlich neun Kilogramm Elektroschrott haben die Österreicher 2013 gesammelt – und damit mehr als das Doppelte dessen, was die EU vorschreibt, freute sich der zuständige Generalsekretär im Umweltministerium, Reinhard Mang, am Mittwoch. Ab 2019 müssen allerdings noch höhere Sammelquoten als jetzt erreicht werden.

Denn ab dann sind 65 Prozent der in den drei vorangegangenen Jahren in Verkehr gesetzten Mengen als Abfall über die österreichweit 1.200 Sammelstellen wieder einzusammeln. "Das ist auch für uns eine Herausforderung", räumte Mang ein.

Für 2016 beträgt die vorgeschriebene Sammelquote für Elektroaltgeräte 45 Prozent. Die sei in Österreich längst Usus: "2013 erreichten wir 47,6 Prozent, das heißt, wir haben die Ziele für 2016 bereits jetzt geschafft", lobte die Geschäftsführerin der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle Austria GmbH, Elisabeth Ghiehser, die Mitarbeit der heimischen Konsumenten. "Wir können uns aber nicht darauf ausruhen", betonte sie mit Blick auf die verschärften Vorgaben ab 2019.

Internethandel und illegale Exporte setzen Elektrohandel zu
Ab Anfang Oktober werden von der Elektroaltgeräte-Richtlinie auch LED-Lampen und Photovoltaik-Module erfasst. Zudem wird ein Versuch gestartet, auch ausländischen Herstellern eine Rücknahme- bzw. Mitfinanzierungsverpflichtung abzuverlangen. Da der Internethandel zunimmt, ist auch eine klare Regelung für den Fernabsatz vorgesehen: "Hier gilt die direkte Verpflichtung der ausländischen Händler, einen Bevollmächtigten in Österreich zu nennen", erklärte Mang.

"Der Elektrohandel kämpft mit dem ausländischen Versandhandel, der etwa zehn bis 15 Prozent Marktanteil hält", sagte Elektrohandels-Obmann Wolfgang Krejcik in Anspielung auf Anbieter wie etwa Amazon. Im Gegensatz zum heimischen Handel zahlten diese Unternehmen nichts für die Entsorgung ihrer Produkte.

Ebenfalls ein Dorn im Auge sind den Altstoffverwertern die illegalen Exporte von Elektroaltgeräten nach Osteuropa, da hier nicht für eine fachgerechte Entsorgung und Verwertung gesorgt sei. Die Bevölkerung und die Kommunen sollten "illegale Sammelbrigaden, die aus Osteuropa einfallen" nicht unterstützen. Denn was nicht wieder instand gesetzt werden könne, schlage obskure Wege nach Afrika und Asien ein. Fünf bis zehn Prozent der Sammelmenge gingen auf diese Weise verloren, schätzen die Experten.

Bereits 578 Millionen Kilogramm Elektroschrott gesammelt
In den neun Jahren, die es die Elektrokoordinierungsstelle in Österreich gibt, haben die Haushalte den Angaben zufolge bereits 578 Millionen Kilogramm Elektroschrott bei den Sammelstellen abgegeben - das ist fast die Hälfte der in Verkehr gesetzten Menge an Elektro- und Elektronikgeräten (rund 1,3 Milliarden Kilo) und entspricht rund 385.000 Mittelklasse-Pkw.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden