Mi, 13. Dezember 2017

"Luftpost"

24.09.2014 13:32

Deutsche Post testet Paket-Drohne im Inselbetrieb

Die Deutsche Post testet erstmals unter Alltagsbedingungen den Einsatz von Drohnen für die Paketzustellung im regulären Betrieb. Bis zum Jahresende wird dabei ein "DHL-Paketkopter" Medikamente von der niedersächsischen Hafenstadt Norden zu einer Apotheke auf der Nordsee-Insel Juist transportieren. Der Feldversuch sei weltweit einzigartig, sagte ein Sprecher des Paketdienstes DHL am Mittwoch.

Erste Testflüge mit dem unbemannten Kleinfluggerät fanden nach DHL-Angaben bereits vergangene Woche statt. Am Freitag soll der reguläre Lieferbetrieb mit der "Seehund"-Apotheke zu bestimmten Uhrzeiten aufgenommen werden.

Einen einmaligen Probelauf für die Paketzustellung per Drohne hatte DHL bereits Ende 2013 mit einem Flug über den Rhein absolviert. Bei dem jetzt eingesetzten unbemannten Fluggerät handelt es sich um eine Weiterentwicklung des damals benutzten Paketkopters. Er wurde mit Blick auf Flugdauer, Reichweite und Geschwindigkeit für den Einsatz bei Wind und Wetter an der Nordseeküste optimiert.

Die etwa zwölf Kilometer lange Distanz zur Insel legt der neue "DHL-Paketkopter 2.0" völlig autonom per Autopilot in etwa 50 Meter Höhe zurück. Je nach Wind soll er mit einer Geschwindigkeit von bis zu 18 Metern pro Sekunde unterwegs sein. Für die 1,2 Kilo schwere Nutzlast wurde ein extrem leichter, wetter- und wasserfester, tropfenförmiger Behälter entwickelt. Er ist unter der knapp fünf Kilogramm schweren Kohlefaser-Karosserie der Drohne befestigt, die über ihre vier Rotoren in der Luft gehalten wird.

Obwohl das behördliche Okay von der Flugsicherung, der Nationalparkverwaltung Wattenmeer und anderen Stellen für den mehrmonatigen Feldversuch vorliegt, muss aus Sicherheitsgründen jeder Flug noch einzeln angemeldet werden. Eine mobile Bodenstation verfolgt zudem von Norddeich aus jede Phase des Fluges, um in Notfällen eingreifen zu können.

"Erstmals darf mit dem DHL-Paketkopter ein unbemanntes Luftfahrzeug außerhalb der Sichtweite des Piloten in der realen Welt eine Transportaufgabe erledigen", betonte der für die technische Innovation zuständige Briefvorstand Jürgen Gerdes. Konkrete Pläne für den regulären Betrieb derartiger Drohnen hat DHL nach eigenen Angaben aber noch nicht. Ihr Einsatz in dünn besiedelten oder schwer erreichbaren Gebieten werde künftig aber nicht ausgeschlossen - vorausgesetzt, er sei ökonomisch sinnvoll und technisch machbar.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden