So, 27. Mai 2018

Sicherer unterwegs

24.09.2014 10:00

Chip-Technik für vernetzte Autos geht in Serie

Der niederländische Halbleiterhersteller NXP ist bei der Entwicklung von Technik für vernetzte Autos einen wichtigen Schritt vorangekommen. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, werden sogenannte RoadLink-Chipsätze für den Einsatz in Serienfahrzeugen erstmals in Massenproduktion hergestellt. Damit sollen Autofahrer künftig unter anderem automatisch vor Gefahren gewarnt werden können, die sich noch außerhalb ihres Sichtfeldes befinden. In etwa zwei Jahren sollen die ersten mit den intelligenten Funktionen ausgestatteten Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein.

NXP liefert seine Chipsätze an den Automobilzulieferer Delphi Automotive, der eine Partnerschaft mit General Motors schloss. Der amerikanische Autokonzern hatte auf der Automobilmesse in Detroit angekündigt, dass die neuen Modelle der Marke Cadillac künftig mit intelligenter Kommunikationstechnik ausgestattet werden. In Deutschland hatte NXP Feldversuche zusammen mit Daimler und BMW sowie dem Zulieferer Continental durchgeführt.

"Durch Hindernisse hindurchsehen"
Von der Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug und zwischen Fahrzeug und der umgebenden Infrastruktur erhoffen sich Entwickler und Verkehrsexperten mehr Sicherheit und eine bessere Auslastung der Straßen. So ließen sich etwa über Ampeln zusätzliche Informationen wie Geschwindigkeitsbeschränkungen übermitteln und Fahrzeuge könnten vor einer Kurve von einem anderen Fahrzeug vor einem Unfall oder einer Gefahrenstelle gewarnt werden. "Man kann damit sozusagen durch Hindernisse hindurchsehen", erklärte Torsten Lehmann, Senior Vice President von NXP.

Henne-Ei-Problem
Beim Aufbau der Technologie sei man natürlich auf bestehende Infrastruktur angewiesen, sagte Lehmann. "Das ergibt das typische Henne-Ei-Problem." Dabei seien die öffentliche Hand, die Autohersteller und die Technologiebranche involviert. "Das ist ein komplexes Ökosystem." Zudem müssten solche Entwicklungen anders als bei vielen Geräten aus der Unterhaltungselektronik extrem robust getestet werden.

Inzwischen treibe die Politik in der EU den Ausbau intelligenter Verkehrswege aber voran. Laut einer 2013 unterzeichneten Absichtserklärung hatte sich Deutschland mit Österreich und den Niederlanden verständigt, erste Anwendungen wie Baustellenwarnungen und Verkehrslage-Erfassung grenzüberschreitend aufzubauen.

Frage der Datensicherheit
Für die Entwicklung der nun in Serie gehenden Chipsätze arbeitet NXP mit dem australischen Start-up Cohda Wireless zusammen, an dem auch der Netzwerkausrüster Cisco Anteile hält. Cohda liefert die Softwareplattform, die über ein besonders stabiles, für den Verkehrsaustausch spezialisiertes Netz funktioniert (IEEE 802.11p). Die Integration in das Auto übernehmen die Autobauer.

Da mit den Systemen erstmals auch ein Kanal ins Auto hinein geöffnet werde, sei auch die Frage der Sicherheit der Daten von besonderer Bedeutung, sagte Lehmann. NXP setze dabei eine ähnliche Technologie wie bei Bankkarten oder Reisepässen ein.

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