Mi, 23. Mai 2018

Nach Anti-IS-Einsatz

23.09.2014 06:07

Franzose entführt: Islamisten drohen mit Ermordung

Ein französischer Tourist ist in Algerien von Islamisten mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) entführt worden. In einem am Montagabend aufgetauchten Video droht die Gruppe Dschund al-Khilifa (Die Soldaten des Kalifats) mit der Enthauptung ihrer Geisel binnen 24 Stunden, sollte Frankreich seine Luftangriffe gegen den IS im Irak nicht stoppen. Der 55-jährige Franzose war den bewaffneten Islamisten am Sonntag beim Wandern in der Küstenregion Kabylei in die Hände gefallen.

Auf dem Video ist der Mann, ein Bergführer aus Nizza, auf dem Boden kauernd zu sehen. Die Geisel stellt sich darin mit Namen vor und gibt an, am 21. September entführt worden zu sein. Neben ihm stehen zwei vermummte Männer mit Kalaschnikow-Gewehren. Das Video enthält auch einen Appell des Entführten an den französischen Präsidenten Francois Hollande, in dem der Mann um Hilfe bittet.

Französische Regierung bestätigt Entführung
Die französische Präsidentschaftskanzlei erklärte am Abend, Frankreich und Algerien arbeiteten "auf allen Ebenen vollständig zusammen", um den 55-Jährigen zu finden und zu befreien. Paris hatte zuvor bereits die Verschleppung bestätigt.

Doch trotz der angedrohten Enthauptung der Geisel will die französische Regierung den Forderungen der islamistischen Entführer nicht nachgeben. "Eine Terrorgruppe kann Frankreichs Haltung nicht verändern", sagte Außenminister Laurent Fabius am Montagabend, deshalb seien Drohungen zwecklos. Leider müsse er aber die Echtheit des Videos bestätigen.

In der gut 100 Kilometer östlich der Hauptstadt Algier gelegenen Kabylei sind mehrere bewaffnete islamistische Gruppierungen aktiv, unter anderem die Organisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb. Kurz nach der Entführung am Sonntag hatte die IS-Miliz ihre Anhänger aufgerufen, Bürger all der Staaten zu töten, die sich der internationalen Koalition gegen sie angeschlossen haben. In der Drohung wurden insbesondere Franzosen und US-Bürger als Ziel genannt (siehe Infobox).

Auslandsfranzosen zu "größter Vorsicht" aufgerufen
Frankreich hatte sich als erstes europäisches Land an den US-Luftangriffen gegen IS-Stellungen im Irak beteiligt. Am Montagabend rief das französische Außenministerium seine Staatsbürger in rund 30 Ländern zu "größter Vorsicht" auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden