Mi, 21. Februar 2018

Neue Terrorgruppe

22.09.2014 07:37

USA warnen vor Khorasan: "Gefährlich wie IS"

Die US-Geheimdienste warnen nach dem Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor dem Erstarken der bislang noch nahezu unbekannten Dschihadistengruppe Khorasan. Die im Vorjahr in Syrien gegründete Miliz werde von Muhsin al-Fadhli, einem der engsten Vertrauten des getöteten Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden, angeführt, berichtete die "New York Times" am Sonntag unter Berufung auf US-Geheimdienste. Demnach könnte die Gruppe eine größere Bedrohung für das Territorium der USA darstellen, als die Extremisten der IS.

Die Terrorgruppe, über die noch wenig bekannt ist, könnte die Absicht haben, Anschläge in den Vereinigten Staaten oder auf US-Einrichtungen im Ausland zu verüben, hieß es in dem Bericht. "Was die Bedrohung unseres Vaterlandes angeht, könnte Khorasan ebenso gefährlich werden wie der Islamische Staat", sagte der Direktor des Nationalen Geheimdienstes, James Clapper, gegenüber dem Blatt.

Al-Kaida-Mitglieder gründeten neue Terrorgruppe
Khorasan setzt sich nach Geheimdienstangaben aus Al-Kaida-Mitgliedern aus dem Nahen Osten, aus Nordafrika und Südasien zusammen. Die Gruppe, die den US-Behörden zufolge von einem 33-jährigen Bin-Laden-Vertrauten, dem Kuwaiter Muhsin al-Fadhli, angeführt werde, ist benannt nach einer historischen Region, die in vor- und frühislamischer Zeit Teile des heutigen Iran und Irak sowie Afghanistans, Turkmenistans und Usbekistans umfasste. Der Kuwaiter gehörte nach Erkenntnissen des US-Außenministeriums zu den wenigen Al-Kaida-Insidern, die im Vorfeld des 11. September 2001 einen Hinweis auf den bevorstehenden Anschlag erhielten.

Möglicherweise noch größere Gefahr für USA als IS
Mittlerweile dringe der Name Khorasan verstärkt aus Geheimdienstkreisen an die Öffentlichkeit - in Verbindung mit Hinweisen, die Terrorgruppe rekrutiere gezielt Dschihadisten aus dem Westen, hieß es. Aus diesem Grund sei die Gruppierung hinsichtlich der konkreten Bedrohung für die USA derzeit möglicherweise eine noch größere Gefahr für den Westen als der IS, so die Einschätzung von US-Geheimdienstlern.

Der zentrale Unterschied zwischen Khorasan und IS: Während die IS-Kämpfer wie eine Armee operieren und sich - zumindest bislang - auf die Eroberung von Territorien in Syrien und im Irak zur Gründung eines Kalifats konzentrieren, setze Khorasan auf klassische Anschläge im Ausland.

Syrien als Brutstätte zahlreicher islamistischer Milizen
Nachdem Syrien seit 2011 immer tiefer in einen Bürgerkrieg abglitt, kamen selbst ernannte Gotteskrieger aus aller Welt in das Land. Sie gründeten eine Vielzahl radikaler und militanter islamistischer Gruppen und Milizen. Stärkste Gruppe ist neben der IS-Terrormiliz die Al-Kaida nahestehende Al-Nusra-Front.

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