Do, 23. November 2017

In Tirol und Kärnten

21.09.2014 13:47

Erneut zahlreiche Flüchtlinge aufgegriffen

Die Aufgriffe von Flüchtlingen an der Südgrenze Österreichs haben auch am Wochenende angehalten. In Tirol und Kärnten entdeckte die Polizei wieder vor allem Syrer, die aus Italien ohne entsprechende Dokumente einreisten.

Wie die Tiroler Polizei mitteilte, entdeckten Beamte am Samstagabend in einem aus Italien kommenden Reisezug 16 Syrer, darunter auch Kinder. Sie wurden in der Anhaltestelle in Plon in Steinach am Brenner untergebracht und sollen nach ihrer fremdenrechtlichen Überprüfung wieder nach Italien gebracht werden.

Bereits zuvor waren in Gries am Brenner zehn Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak angehalten worden. Die neun Syrer und der Iraker im Alter zwischen 20 und 50 Jahren wurden umgehend nach Italien zurückgebracht, wie die Landespolizeidirektion mitteilte. Zwei Ägypter im Alter von 26 und 34 Jahren wurden wegen des Verdachts der Schlepperei festgenommen.

Bereits am Freitag waren in Tirol in internationalen Reisezügen Richtung Deutschland 43 Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea aufgegriffen worden. Bei der Kontrollstelle Radfeld war zudem ein italienischer Pkw-Lenker gestoppt worden, der sieben Syrer an Bord hatte. Der Fahrer wurde wegen des Verdachts der Schlepperei festgenommen. Am Donnerstag waren 40 Flüchtlinge in zwei internationalen Reisezügen aufgegriffen worden.

Einige Flüchtlingsaufgriffe in Kärnten
Elf syrische Flüchtlinge und ein Nigerianer wurden dann am Sonntag in der Früh bei fremdenrechtlichen Kontrollen der Polizei in der Nähe von Villach in einem aus Italien kommenden Reisezug aufgegriffen. Die Leute konnten keine Dokumente für einen rechtmäßigen Aufenthalt in Österreich vorweisen. Am Samstag hatte die Polizei in Kärnten bereits in einem Zug 22 Syrer und einen Afghanen ohne gültige Aufenthaltsdokumente aufgegriffen.

Temporäre Grenzkontrollen "sehr problematisch"
In Österreich und anderen europäischen Ländern schwelt unterdessen die Debatte über den Umgang mit Flüchtlingen. Nach dem Dublin-Abkommen ist jeweils das EU-Land, in dem ein Flüchtling ankommt, für das Asylverfahren zuständig. ÖVP-Obmann Vizekanzler Reinhold Mitterlehner sieht temporäre Grenzkontrollen, wie ihn mehrere Landeshauptleute vorgeschlagen haben, "eigentlich sehr problematisch", sagte er am Freitag in Wien. Letztlich könnten Verfahren der EU gegen Österreich drohen.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner schloss sich dem an. Sie gab am Samstag den Startschuss für die "Aktion scharf" an Österreichs Grenzen. Ab sofort werde es "unangekündigte, unberechenbare und umfangreiche" Schwerpunktkontrollen geben (Bericht siehe Infobox).

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