Do, 14. Dezember 2017

Trotz Geldnot

19.09.2014 14:01

Tierärzte müssen im Notfall Erste Hilfe leisten

Die Geschichte einer Tierärztin aus Wien, die für eine Hundebesitzerin 1.000 Euro für eine dringend notwendige OP auslegte und dafür Ratenzahlung akzeptierte (siehe Infobox), schlug hohe Wellen. Zahlreiche Tierhalter wandten sich mit einer Frage an die "Krone Tierecke": Muss mein Tierarzt eigentlich helfen und meinen Vierbeiner behandeln, wenn ich ihn nicht sofort bezahlen kann, oder darf er die Behandlung ablehnen? krone.at hat bei der Tierärztekammer nachgefragt.

Eines ist im Tierärztegesetz klar definiert: Kein Veterinär darf die Leistung der Ersten Hilfe bei einem Tier verweigern, wenn die Hilfeleistung im Hinblick auf die damit verbundene Gefahr und ohne Verletzung anderer überwiegender Interessen zumutbar ist. Das bedeutet: Auch wenn der Tierhalter kein Geld dabei hat oder über keine ausreichenden finanziellen Mittel verfügt, muss einem Tier mit erheblichen Schmerzen oder in einer lebensbedrohlichen Lage geholfen werden.

Behandlung muss bezahlt werden
Nicht zumutbar für den Tierarzt wäre die Hilfeleistung zum Beispiel dann, wenn dadurch seine eigene Gesundheit oder die anderer Personen bedroht wäre. Natürlich muss der Besitzer jede tierärztliche Behandlung auch bezahlen - wenn er das aber nicht kann, darf der Veterinär den Rechtsweg geltend machen und sein Honorar einfordern. Bei Fundtieren sind die Kosten von der zuständigen Behörde vorrübergehend zu tragen.

Erste Hilfe muss sein
Als Erste Hilfe bezeichnet die Tierärztekammer alle notwendigen Maßnahmen zur Abwendung einer Lebensgefahr, also die Stabilisierung eines Tieres, oder zur Linderung von erheblichen Schmerzen und Qualen. Verfügt der Veterinär nicht über unbedingt erforderliche Einrichtungen, Instrumente oder Medikamente, darf er die Behandlung ablehnen. Der genaue Zeitraum, ab wann eine Behandlung nicht mehr als Erste-Hilfe-Leistung zu werten ist, ist nicht definiert.

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