So, 25. Februar 2018

Lymph-Analyse

19.09.2014 10:11

Forscher entwickeln Schnelltest für Rinderseuche

Die Paratuberkulose ist eine von Bakterien übertragene, in Österreich anzeigepflichtige Tierseuche. Für Rinderbauern bedeutet ein Ausbruch der Erkrankung, die eine Inkubationszeit von bis zu zehn Jahren hat, hohe wirtschaftliche Einbußen. Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni) haben nun einen Schnelltest für die Infektion entwickelt.

Die Infektion mit dem Bakterium Mycobacterium avium subspecies paratuberculosis (MAP) - laut Aussendung der Vetmeduni sind bis zu 19 Prozent der heimischen Rinderbetriebe betroffen - führt bei den Tieren zu therapieresistenten Durchfällen und Abmagerung. Sie geben dadurch weniger Milch, haben Fruchtbarkeitsprobleme und sind anfällig für andere Erkrankungen wie etwa Euterentzündungen.

Bisher keine Behandlungsmöglichkeit
Für die Paratuberkulose gibt es bisher keine Behandlungsmöglichkeit, weshalb eine flächendeckende Früherkennung wichtig wäre. Erkrankte Tiere müssen behördlich gemeldet und geschlachtet werden. Ihr Fleisch ist nicht zum Verzehr geeignet und muss entsorgt werden.

Von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es meist zwei bis drei Jahre, in einigen Fällen sogar bis zu zehn Jahre. Während dieser Zeit scheiden infizierte Tiere die Keime jedoch bereits aus, weshalb die Gesundheit der gesamten Herde auf dem Spiel steht.

Test ermöglicht frühere Diagnose
Derzeit werden Kot, Milch und Blut verdächtiger Tiere untersucht. Lorenz Khol von der Universitätsklinik für Wiederkäuer an der Vetmeduni hat in Kooperation mit US-Kollegen eine Methode zur Früherkennung der Infektion aus Lymphflüssigkeit entwickelt. Die kann aus Lymphgefäßen am Euter der Tiere entnommen werden. Die Wissenschafter gehen davon aus, dass so eine Infektion wesentlich früher und rascher als bisher diagnostiziert werden kann.

Bei der Untersuchung von 86 Rindern mit Durchfall- und Abmagerungssymptomen aus verschiedenen Betrieben lieferte die Lymph-Analyse deutlich mehr positiv getestete Tiere als die Untersuchung über Kot, Blut oder Milch. Noch arbeiten die Forscher an einer Verbesserung der Technik, um die Verlässlichkeit der Resultate zu erhöhen, wie sie Fachjournal "Veterinary Microbiology" berichten.

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